TV als Netzteil

Es fing bei mir hiermit an: Auf nomnomnom.de/ wurde letztes Jahr 24 Stunden am Stück, zweimal rund um die Uhr ferngesehen und ein wenig zeitversetzt darüber gebloggt. Es gab stundenweise Gastautoren in Form befreundeter Blogger und für die Besucher stand neben der üblichen Kommentarfunktion ein Chat zur Verfügung. Das war alles sehr lustig und so bedauerte ich sehr, daß auf der irgendwann im dortigen Verlaufe geborenen Idee, die nächste OSCARnacht doch auf dieselbe Weise miteinander zu verbringen, leider nichts wurde.

Das regelmäßige Liveblogging des (nicht nur ansonsten) grundsympathischen @Nilzenburgers haut mich da schon weniger vom Hocker. Warum? Mit einer (selbst von mir) als unglorreich zu bezeichnenden Ausnahme kann ich diesem Trash-TV nichts abgewinnen. Und auch die amüsantesten Kommentare zum von Harald Schmidt scheinbar unzurecht so benamten “Unterschichtenfernsehen” können die abstoßende Dumpfheit der Programme solcher Machart (zumindest meiner Meinung nach) unmöglich aufwiegen.

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Aber selbst irgendein Spiegel-Redakteur muß sich sowas heutzutage angucken, nur um es danach erwartungsgemäß zu verreißen. Selbst ironisch ergebrochen scheint der ganze Zirkusrummel ja noch in Onlinekreisen irgendeine nicht nur mir unerklärliche Relevanz zu besitzen. Wie das andersrum ausschaut, läßt sich beispielhaft daran ablesen, auf welch unartige Weise der Fernsehsender ZDF mit einer Webumfrage uNgeht. Soviel zum gesamtgesellschaftlichen Leitmedium.

Nun also Twitter: Ein Artikel im opak-magazin.de/ beschreibt die Situation ziemlich treffend. Ich halte mich da ziemlich raus (wieder eine Ausnahme: diesmal Fußball), schalte auch den Tatort nur äußerst unregelmäßig ein. Vielleicht bricht ja demnächst doch die Zeit an, in der ich Werbekunden ungeniert vorgeschlagen kann, obengenannte TV-Formate nicht mit “ABC präsentiert Ihnen XYZ” oder “gleich geht’s weiter mit XYZ und ABC” zu sponsorn, sondern diese Sendungen stattdessen etwa mit “statt diesem Müll ABC sollten Sie lieber XYZ” zu umblocken. Zumindest der ach so distanzierte und scheinbar gar nicht so geringe Zuschaueranteil wird es zu schmunzelschätzen wissen. Und trotzdem weiter auf der Couch hocken bleiben.

(…so wie ich vor’m Rechner.) / Unterm Strich Weil das Thema auch schon einmal in einem vorigen Blogpost aufgetaucht ist, Hinweis auf einen Artikel in der mediaclinique. Selbst Adrian Kreye darf auf sueddeutsche.de/ so einen offensichtlich effekthascherischen Schwachsinn anprangern.

Taktvoller Musikbeitrag

Die Band Angelika Express verkündt auf ihrer Homepage die Einstellung ihres MySpace-Profils aus mehreren Gründen. Das hundertmarkblog.de/ hat mal ein paar hörenswerte Neumusiken zusammengestellt.

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Warum der großartige Lightspeed Champion (of Test Icicles fame) jetzt Blood Orange heißt, kann ich nicht verstehen. Der neue Song haut mich auch nicht um. Auf freshzweinull.de/ wird vom Streit zwischen Mitarbeitern eines Musiklabels und eines Filesharingdienstes berichtet. Es geht um symbolträchtige Pizzastücke. Während ich diesen kurzen Beitrag schreibe, läuft das völlig überdrehte Diplo & Switch Team-up Major Lazer. Das Album ist fertig, guter Wochenendeinstieg.

Irangenial und Fälschung

13993951 Moment mal, das ist ja gar kein Fehler! (via @weexinsitu)

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Er steht neben mir, keinen Meter von mir entfernt direkt neben mir. Ich könnte ihn mit ausgestrecktem Arm berühren, am Revers begreifen und ihn durchschütteln. Und tatsächlich geben wir uns zur Begrüßung die Hand. Doch dann zeigt er mit seinem Finger auf den Parkplatz, an dessen Rand wir beide stehen, und behauptet steif und mit fester Stimme: “Ich stehe da drüben.”

Nach einem Moment der Verwirrung schlage ich (mich selbst) überraschend geistesgegenwärtig vor, doch mit dem gemeinten Kraftfahrzeug eine Gastwirtschaft aufzusuchen, um dort eine Mahlzeit einzunehmen. Daß ich eigentlich gar keinen Hunger habe, verschweige ich ihm. Dabei bin ich an dem wirklichen Eintreten folgender Vorstellung gar nicht interesiert: Die Kellnerin tritt an unseren Tisch, in jeder Hand einen Teller mit den von uns bestellten Gerichten. Auf ihr gefragtes “Schnitzel mit Pommes?” antwortet mein Gegenüber in Erwartung seines Essens “Das bin ich.”

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Die, wie ich finde, größtenteils verdienten Preisträger des Grimme Online Awards 2009 kann man hier nachlesen. Ich möchte nur ein paar kurze Anmerkungen zur Verleihung selbst anbringen. Ich war persönlich anwesend, ein paar schlechte Handyphotos schoss ich auch.

Ich war total underdressed, alle schick in Anzug und Kleidchen oder mindestens Business-Look, einen kleinroten Teppich gab es auch. Dazwischendrauf ich, in T-shirt, Jeans und Sneakern, aber mit einer schnieken Sonnenbrille und genug Gitanes Filtre steht man da drüberich. Welche wirklichen Prominenten und Internetzbekanntheiten sich dort herumtrieben, wird bestimmt ebenfalls auf irgendeinem wichtigeren Blog als dem diesen in Erfahrung zu bringen sein. Von mir nur soviel: Die beiden Liveauftritte von Sixtus vs. Lobo fand ich nicht nur kurz, sondern auch -weilig.

Über Speis' und Trank konnte man nicht klagen (Kölsch, Büffet), auch weil alles genug und gratis war. Die Laudatoren kamen nicht peinlich rüber, politische Statements (Stichwort #Zensursula) wie von Johnny Häusler oder Hajo Schumacher hatte ich mir allerdings häufiger gewünscht. Die ganze Veranstaltung war auch überhaupt keine Feierei, doch woran das lag, kann ich auch einen Tag später nicht sagen. War es die Blaskapelle? Oder die leichten Zweifel, ob das Grimme Institut ihre Online Awards genauso ernst nimmt wie die Fernsehpreise? Auf der anderen Seite kam die Trophäenübergabe in den meisten Fällen fast schon geschäftsmäßig rüber, keiner der Gewinner ist vor Freude aus der Rolle/Haut gefahren. Und das Publikum? Beim gemeinsamen Siegerschlußbild auf der Bühne war der Saal schon ziemlich leer und alle wwWelt stürzte sich auf das nebenan aufgebaute Büffet.

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Business as usual. Vielleicht muß man das nächste Mal genauer hinsehen.

Tja, Hein.

Durch einen Post bei maedchenmannschaft.net/ auf zwei andere interessante Artikel aufmerksam geworden. Ich sollte sowieso viel öfter flannelapparel.blogspot.com/ lesen. Treffend auch der Abgesang auf die längst verblasste Festivalromantik im missy-magazine.de/.

Das Z-Wort

Der Don hat die Kritik mal wieder auf den Punkt gebracht, besser als ich das in einem meiner letzten Post vermocht habe. Das Problem ist halt, daß heutzutage nicht nur Politiker auf Inszenierung statt Inhalt setzen, sondern dieses Phänomen auch in anderen Bereichen um sich greift. Der ganze Starkult mit seiner Personenzentriertheit greift auch außerhalb des Mainstreams immer mehr um sich; siehe etwa den Hype um Beth Ditto. Solche Musiker tun dann ach so independent, kreieren aber lieber eine Modelinie als zu protestieren. Was auf der anderen Seite jetzt nicht davon ablenken soll, daß viele Blogger und selbsternannte Netzaktivisten glauben, es reiche für einen anständigen Protest, in der Öffentlichkeit mit einem Zensursula-Shirt herumzulaufen. Ich habe ja auch nicht viel mehr getan, aber ich beschwere mich trotzdem. Klar hat @mathiasrichel mit seiner in einem Gastbeitrag auf www.malte-welding.com/ geäußerten Kritik recht, die Piraten wären letztlich nichts anderes als ein selbstreferenzieller, sich gegenseitig in ihrer Blase die Eier schaukelnden Webautisten ohne Sinn und Verstand für den Rest der Gesellschaft. Die Proteste mit Außenwirkung sind wirklich alles andere als kreativ: Mahnwachen mit Transparenten und Kerzen - ganz weit vorne ist anders.

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Ebenfalls nahezu unavantgardistische Restlinks Wenig Neues: Journalisten sind abhängig von Anerkennung. Es wird eben innen wie außen mit zweierlei Maß gemessen. Der Petitionsausschuß des Bundestages tröstet die Zensursula-UnterzeichnerInnen. heise.de/ meldet die offenbar angeborene Gier nach Geld nebst der Ankündigung diesbezüglicher Gentests (für Führungskräfte). In Abgrenzung zu Google: The Great Wall of Facebook on wired.com. Interone hat ein Blog. Matadero Madrid, art space. Die Kollegen Darwin und Foucault.

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Diese Bilder steigern die Vorfreude auf Tim Burtons Remake von ALICE IM WUNDERLAND ungemein. Oben Helena Bonham Carter als The Red Queen, unten ein noch schräger aussehender Johnny Depp als Mad Hatter. Der verrückte Hutmacher ist schon immer eine meiner Lieblingsfiguren in diesem durchgeknallten Märchen gewesen. Ein Stoff, wie gemacht für den Regisseur mit den skurilen Vorlieben. Er hat die Filme meiner Jugend gedreht, von ‘Edward mit den Scherenhänden’ bis ‘Nightmare before Christmas’. Und Joel Schumacher kann ich das Verhunzen der ‘Batman’-Reihe bis heute nicht verzeihen.

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Was die Erwartungen allerdings nicht ins Bodenlose emporschießen läßt, sind die letzten Filme Burton’scher Provenienz. Nicht erst seit dem völlig mißglückten Remake von ‘Planet der Affen’ zeigt seine Leistungskurve bergab. Und die Casting-Entscheidung für Anne Hathaway erinnert mich leider an die ebenfalls unglückliche Wahl Mark Wahlbergs. ‘Big Phish’ ist mir trotz all der Einfälle und guter Besetzung zu kraftlos gewesen, von der Set Dec könnte man aber sicher das ein oder andere wiederverwerten. Und schlechter als ‘Sweeney Todd’ kann die neue ‘Alice’ gar nicht werden - an Depp und Bonham Carter in den Hauptrollen hat es jedenfalls nicht gelegen.

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Restlinks

Auf dazeddigital.com/ werden demnächst Blog Awards vergeben. Nominieren kann jeder. rechtzweinull.de/ klärt über die juristischen Aspekte von Viralem Marketing auf. Der Antichrist soll schwul sein. Wenn sogar zeit.de/ die Online-Ideen des CDU/CSU-Wahlprogramms kritisiert… Twitter und die amerikanische Revolution. Noch zwei Links, die auf die Zweischneidigkeit moderner Kommunikationstechnik im Hinblick auf Verbreitung und Lokalisierung hinweisen.

Nachtrag 24.06.: Alice im Wunderland soll wohl in 3D gedreht werden.

doppelseitig

Ich war gestern im Odysseum in Köln. Ein Mitmach-Museum, Wissensvermittlung für Kinder. Ein kommerzielles Angebot, alles sehr eventmäßig in verschiedenen Themenbereichen dargeboten, aber zur Weckung jugendlicher Neugierde sicher nicht vollkommen verkehrt. Hier soll auch gar keine Komplettkritik dieses Ladens geleistet werden, sondern nur ein Detail ins Blickfeld gerückt werden.

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Die beiden Bilder zeigen zwei Seiten einer Tafel. Die Kinder sollen diese umdrehen, um ihre Meinung auszudrücken. Andere Aussagen an der gezeigten Wand drehen sich um ebenfalls große Themen wie Umweltfragen, Globalisierung, etc.

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Montagslinks

Ich habe noch keine Abschließende Meinung, was ich davon halten soll. Mehrwert? Zurückzensieren dagegen finde ich ziemlich Kindergarten. R.I.P. Iz the Wiz. Sich Waschen ist schwul. Broder über die SPD. Habe mir mal so ein kostenloses Frühvogelticket für das Politcamp10 geholt. EMMA feat. Zensursula.

Baby

So sehr ich in der Sache ja auch zustimme, aber wer sich politisch durch die Piratenpartei vertreten fühlt, der braucht sich nicht über einen Begriff wie “Jugendbewegung” lustig zu machen, der kann froh sein, daß sein Ansinnen nicht von vornherein als Kinderkram abgetan worden ist. Und mir ist natürlich auch klar, daß es einer Partei nicht gut zu Gesicht steht, wenn sich deren Flügel in der Öffentlichkeit anfeinden, aber - wie der Onlinebeirat der SPD - nach intern verlorener Schlacht jetzt mit einer solchen Erklärung rauszurücken, ist wohl auch nicht das Rote vom Eigelb. Da hilft es auch wenig zu meinen, einige dieser Fürstreiter durch das Web 2.0 zumindest aus der Ferne gut genug zu kennen, um das Trara nicht als im Vor(stand)hinein bereits durchinszenierte Verprellungsvermeidungsinszenierung zu begreifen. Aber solange sich solche Menschen noch in Parteien engagieren, ist vielleicht nicht alles verloren.

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Die Petitionsinitiatorin Franziska Heine erklärt im Interview auf freitag.de/, was nach dem Zensurgesetzesbeschluß an Aktionen bis hin zu einer Verfassungsklage geplant ist. Warum das alles überhaupt der Aufregung wert ist, kann sehr gut hier und da nachgelesen werden. Und auch sueddeutsche.de/ ist der Widerstand im Netz einen kurzen Artikel wert.

Außer Atem // Stockungen, Sprachlosigkeiten: Das “Geht’s noch?!” der Woche.

Nachtrag: SpOn dokumentiert einen offenen Brief des hessischen Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel an seine eigene Parteispitze. Artikel auf spiegel.de/ und fr-online.de/ beschäftigen sich mit den SPD-internen Querangeleyen um die Internetsperren und auch auf pottblog.de/ geht es um dasselbe Thema.

Hier kein Iran Schmiggel

Um die politische Großunwetterlage kümmern sich viele andere, auch wenn es nie genug sein können. Von meiner Seite aus muß (für heute) allerdings der Hinweis auf Knüwers Blogpost zum Thema reichen. Denn für Freedom bin ich ja auch.

nachrichten.at/ meldet, daß “schöne Frauen Männer dümmer machen”. Wider Erwarten bleibt es bei dieser Steilvorlage in den Kommentaren relativ ruhig. Vielleicht sollten Männer sich auch einfach darauf konzentrieren, mal mit etwas anderem als ihrem Intellekt Undruck zu schunden. Bei mir hat es jedenfalls geklappt.

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Peter Glaser macht sich Gedanken zu den Textfluten im Informatiozeanszeitalter des www. Und wenn es wirklich stimmen sollte, daß die Menschen (genauer: die User) lieber senden als empfangen, dann sind solche noch Werbekampagnen, aber gleichzeitig auch schon Contentstrategien, auf die off-the-record.de/ hier hinweist auch nur folgerichtig. Zur Geschlechtergewichtung des Mitteilungsbedürfnisses werde ich an dieser Stelle keine Meinung äußern. Ebenso wie zur SPD.

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Hat sich irgendjemand das Dossier über Weblogs aus der Süddeutschen besorgt?

Daniel Erk debütiert auf stefan-niggemeier.de/. Ich habe das mal kommentiert.

Stuckrad-Barre liebt Zeitungen. Und muß diese Erklärung in die Welt blasen.

Eine Idee, wie die Kirche mehr Follower, also Leben in die Bude bekommen könnte.

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In England wird plötzlich die bisher größte Banksy-Austellung ever gezeigt, weiß bbc.co.uk/ in Bild und Schrift zu berichten. Auf spiegel.de/ kann man sich US-Printwerbung für die PS-Schlitten der 60er-Jahre anschauen. Mercedes Bunz bringt es auf den Punkt.

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Und das war’s dann auch schon. Es ist sowenig los gewesen heute, daß man sich sogar über den Verlierer des Tages auf bild.de/ aufregen mußte. Aber was will man auch von so einem #brckntag09 erwarten.

Schönes Wochenende!

Links von gestern

Falls jemand wie ich vorgestern keine Zeit oder Lust hatte, sich in diesem Internet anzugucken, was weltweit so vorgeht, der kommt bei der heutigen Linksammlung voll auf seine Kosten. Ladies & Gentlemen, werfen Sie mit mir die Zeitmaschine an, begeben Sie sich in die “motherfucking time capsule”.

Das Netz hat gewonnen. (fr) Koalition in entscheidenden Punkten über Kinderporno-Sperren einig. (heise) Die Neue Digitale Bewegung. (Freitag-Blog) Einstieg in die Politikkarriere. (taz) Ein Platonspiel/1. (nach21) Prenzlbasher. (tristessedeluxe) tweetranking (alle)

Geschichten von gestern - so kann man sich als Blogger auch mal wie ein richtiger Printjournalist fühlen. Und wegen des Feiertags in NRW sogar von vorgestern. Tolle Sache, das. Und für die Leser, die eigentlich nur Bilder gucken, habe ich hier noch einen Calvin & Hobbes Comic.

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Am Wochenende also auf dem BarCamp Cologne 3 gewesen. Nette Veranstaltung, kann man nicht anders sagen. So einige Sessions besucht, den ein oder anderen Bekannten getroffen, neue Leute kennengelernt und satt geworden. Kurz: zuviel passiert (und zuwenig Zeit), als daß ich über all das ausführlich berichten könnte. Verweise deshalb nur auf das allgemeine Fazit auf hirnrinde.de/, da finden sich auch weitere Links.

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Stattdessen einzig die Auseinandersetzung mit einer einzelnen Session, gehalten am Samstag Nachmittag von Johannes Kleske. Auf tautoko.info/ wird der Vortrag in drei kurzen Absätzen angerissen.

Mich faszinieren Marken, die nicht erst eine Marketingstrategie entwickeln müssen, um bei zukünftigen Kunden ein Bedürfnis für ihre Produkte zu wecken, die eigentlich keiner braucht. Stattdessen bietet ihr Alltag durch ihre Authentizität genug Material, um mit der Hilfe von Social Media einfach ihre Geschichte zu erzählen, während die Qualität ihrer Produkte jeden Kunden in einen Markenevangelisten verwandelt.

Das von Johannes angesprochene “abseits des Markenmainstreams” ist dabei meiner Meinung nach der springende Punkt. Diese Strategie - und ich halte auch Authentizität für eine Strategie - funktioniert nur in bestimmten Nischen und das besonders gut im Lifestylesektor. Nur hier findet man diese Art von Fanboys und -girls, die sich durch die so transportierte “Begeisterung” anstecken lassen. Auf große Unternehmen oder solche, deren potentielle Kunden nicht im Internet zu finden sind, läßt sich das natürlich nur bedingt übertragen. Aber es lohnt sich trotzdem, sich einige Sachen vor Augen zu führen.

Eine Firma sollte neben ihren Produkten etwas zu erzählen haben, wie sehr diese Produkte auch für sich selbst sprechen mögen. Leute, denen man ihre Geschichte abnimmt, finden auch Abnehmer für ihre Produkte. Und wem seine ehrliche Arbeit auch noch Spaß macht, der wird dafür mit mehr als Geld bezahlt. Dazu soll bei den Käufern natürlich Verständnis für die produzierte Qualität geweckt werden, die letztlich den höheren Preis gegenüber dem Ramschanbieter in derselben Branche rechtfertigen muß. Es wird sich zeigen, ob das prinzipiell weltweite Internet der richtige Ort dafür ist, ob diese in erste Linie lokale Strategie auch ganz (w)örtlich genommen genauso beim Bäcker um die Ecke funktionieren würde.

Die Prezi zum Vortrag gibt’s hier.

[caption id=“attachment_2138” align=“aligncenter” width=“200” caption=“abgelegt”]abgelegt[/caption]

Ich bin kein Netz

Und ich will auch nicht Teil eines Netzes sein. Bin ich aber wohl. You can run, but you can’t hide. Ich halte es da aber lieber mit dem Zitat von Groucho Marx: “I DON’T WANT TO BELONG TO ANY CLUB THAT WILL ACCEPT PEOPLE LIKE ME AS A MEMBER.” Das mag mancher für elitär halten, weil in einem Unentwicklungsland wie Deutschland ja prinzipiell jedem das Internet offensteht; kein Erwachsener muß vor dem Lossurfen um Erlaubnis fragen. Deswegen stürtzt sich natürlich trotzdem nicht jeder in die virtuellen Wellen. Informationsflut ist nicht jedermanns Sache, aber irgendwo muß der nächste Hype, der nächste Trend, das nächstbeste Thema ja herkommen. Worüber sollte die Journaille sonst schreiben. Man wird (in der doppelten Blauäugigkeit anderer) irgendwo zugeschlagen, kann sich seine Generation halt schwerlich aussuchen.

Wegen Leuten wie mir funktioniert Online-Wahlkampf nicht.

Die netzeitung.de/ wirft da mal so einen Überblick drauf. Und verliert doch das Wesentliche aus den Augen. Und auch die Kolumne ‘Wahlkampf virtuell’ auf welt.de/ beschränkt sich auf die Sichtweise, Online-Wahlkampf wird ausschließlich für Onliner, die sogenannten Digital Natives, betrieben. Das reift zu kurz. Ich möchte hier el Augenmerk mal auf den schon mehr als ein paar Tage alten Artikel auf carta.info/ lenkern. Wenn die altgedienten Medien schon auf den Netzaktivitäten der Parteien rumhacken, dann brauch jemand wie @mspro nicht noch in dieselbe Kerbe zu schlagen, auch wenn er einen Eintrag später das “Wir”-Problem erkannt hat. Ja, ich habe bei der Kampagne gegen #Zensursula mitgemacht und werde mich weiter an dieser sowie der ein anderen solcher Aktionen in Zukunft beteiligen. Weil ich mein Netz so behalten will, wie es ist, ich mag das. Aber so sehr ich auch Netzliebhaber bin, so ist Politik doch mehr für mich als Onlineinteressenvertretung. Dinge wie Atomkraft, Außenpolitik und Sozialität sind da wichtigere Themen für mich. Parteien versuchen ihre Standpunkte dazu ja auch im Netz zu vertreten - allein, die Netzbevölkerung scheint diese nicht zu ineressieren. Man schmort lieber im eigenen Saft. Überhaupt Deutschland, da wird doch nur auf zwei Christ-Ministern rumgehackt und das war’s. Ja, da kann sich die SPD ins Fäustchen lachen, klappt doch ganz gut. Solange die Internetfuzzis solche Meinungsmache nach draußen tragen, läuft es für die Sozis gar nicht so schlecht. Und wenn die CDU dann noch so einen Mist baut wie mit den Fake-Supporten ihrer Online-Plattform dann halt ich ja schon das Maul. Vom Obama-Vorbild fang ich gar nicht erst an.

Wegen Parteien wie denen funktioniert Online-Wahlkampf besser als gedacht.

Es ist eben alles ein wenig subtiler, mehr ver- als beschränkter. Das ist jetzt alles ein wenig wirr gewesen, aber das mußte noch fix raus, bevor ich mich in Richtung BarCamp Cologne für mehr als zwei Tage aus dem RL verabschiede. Oder man macht es einfach wie der iPotega.

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Es gab hier ja schon einmal einen Post zum Thema 10 Gebote 2.0, damals vom in letzter Zeit eher stillen @Jahwe. Nun also ein Update, daß den Namen wirklich verdient: Ten Commandments the mcsweeneys.net/ way.

Bild 3 (via @Weltregierung)

Adobe BrowserLab looks interesting (zumindest für Web-Designer, -Entwickler und -Programmierer). Apropos Browser.

Noch eine gute Nachricht: Der Livestream vom BarCamp Cologne 3 am Wochenende wird erstmals HD-Qualität haben - Weltpremiere.

Anspiel gelungen?

[YouTube-Video diesmal auf privat gestellt worden.]

In kurzer Zeit also zwei Videozitate zum King of Pop. Ich mag sowohl die Yeah Yeah Yeahs als auch Peter, Björn & John gerne. Und Michael Jackson ist schließlich auch für mich mal eine große Nummer gewesen. Aber welche der beiden Bands hat ihre Sache denn besser gemacht? Bei mir fällt die Antwort eindeutig nach unten aus.

[YouTube-Video natürlich entfernt worden.]

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Die Agentur BooneOakley hat Ihre Website auf YouTube. Und bei adage.com/ geht es mal wieder um die Zukunft der ganzen Branche. werbeblogger.de/ übersetzt das nicht nur ins Deutsche, sondern kocht die Studienergebnisse auch gleich ein bißchen runter. Ebendort gibt es auch eine nicht ganz so nette Geschichte zum Wörtchen “optimieren”.

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Es gibt immer eine Steigerung von sinnlos.

Auf suedeutsche.de/ liest man dem vielermunds prophezeiten digitalen Generationskonflikt nichts wirklich Neues ab, aber die Überschrift dazu gefällt mir: “Datenträger und Bedenkenträger” - auch wenn ich mit dem Aquariumsvergleich auf Seite 2 nichts anfangen kann. spiegel.de/ schlägt in dieselbe Kerbe, trifft es aber besser und konkreter.

iPhone-Gerüchte anschaulich.