Chewie & Han

Die Version à la Fight Club hatte ich ja schonmal, nun also Chewbacca und Han Solo. Passt auch ganz gut, wie ich finde.

Bilder zu Salinas

Der Photograph Horacio Salinas lebt und arbeitet in New York und scheint mir weder verwandt noch verschwägert mit dem chilenischen Volksgitarristen oder dem Schauspieler (u.a. Montana Sacra) gleichen Namens.

via

Keine Kunde

[caption id=“attachment_1421” align=“alignleft” width=“480” caption=“Anti-Werbung”]Anti-Werbung[/caption]

Ich bin ja nun wahrlich kein großer Freund von Politikerbeschimpfungen. Zumindest nicht im Sinne von “Die da oben machen sowieso was sie wollen!" Ständig über Diäten meckern und nichts als Häme übrighaben, wenn jemand mal fachunkenntnisreich ins Klo greift. Aber gerade die verlinkte Silvana Koch-Mehrin ist nun schon mit einem anderen Ausrutscher in die Schlagzeilen gekommen. So hat es kurz vor der Wahl 2008 eine Fleißdebatte um die FDP-Abgeordnete des Europaparlaments gegeben - besonders heikel bei der Höhe ihrer Zubrötchen, wie ich finde. (Wieviel mehr perserverweise Wirtschaftsbosse verdienen, sei jetzt mal außen vorgelassen.)

Und dann diese Billboard-Ad aus den U.S.A., genauer Ohio. Congressman John Boehner ist also ein bißchen zu oft golfen gewesen, bis hier nichts Besonderes. Nun ist dieses Plakat aber nicht, wie man als Deutscher schnell vermutet, Teil einer augenaufreißerischen Kampagne, mit der ein Boulevardblättchen nicht nur seine Auflage, sondern auch gleichzeitig die Politikverdrossenheit steigern möchte. In unserem Land undenkbar, doch so geht in Amerika ein Politiker den anderen an - bzw. dessen PAC.

Nun kann man entweder viel darüber spekulieren, inwieweit das an der Zweiparteienlandschaft des US-Systems liegt, in der man sich um Koalitionen nicht zu scheren braucht. Oder man wundert sich einmal an einem konkreten Beispiel, wie das mit der Parteienfinanzierung so läuft, wenn die Wahlkämpfer lediglich auf Spenden angewiesen sind.

www.youtube.com/watch (Kühe via)

Und wenn wir schon bei Werbung sind: Ich hätte da noch ein nicht ganz so einfaches Briefing. Gibt auch was zu gewinnen. Außer Fame.

Schuhgröße 1000

Man wird ja wohl noch sagen dürfen, daß die fünfzehnte Ausgabe des Juicy Beats Festivals dieses Jahr letztes Wochenende eine feine Sache gewesen ist. (miese Handyphotos) Ich habe mir auf verschiedenen Bühnen Bratze, Blumentopf, Turbostaat, Tocotronic, 2manyDJs und Nouvelle Vague gesehen. Eine gute Mischung von Musiken. Die Atmosphäre hat 2010lab.tv/ mit einem Filmchen eigentlich ganz gut eingefangen, wenn auch ein wenig klischeehaft. Aber so sind Festivals halt.

Irgendwann an diesem Wochenende in Dortmund ist mir jedenfalls beim flüchtigen Blicken auf das Display meines Mobiltelephons eine schicke Graphik zur Strategie von Stein, Schere, Papier untergekommen. Leider finde ich sie nicht wieder, weil ich vergessen habe, ob ich den Link dazu auf Twitter angeklickt habe, das Bild in meiner tumblr-Timeline aufgetaucht ist oder in den von mir subskribierten Posterousbeiträgen. Oder ist es doch Facebook gewesen? Da bringt es mir auch nichts mehr, den RSS-Reader so gut wie ausschließen zu können. Womöglich ist es dieses Chart gewesen, aber ich meine mich zu erinnern, daß es nicht braun, sondern blau gewesen ist. Und lesbarer.

Rock Paper Scissors

Nun habe ich es erst heute geschafft, wirklich danach zu suchen. Mir ist schon vorher klargewesen, daß ein Riesenbohei um dieses simple Handspiel gemacht wird, unter anderem durch ein Interview mit dem damaligen RPS-Weltmeister in der Neon vor einiger Zeit; das online natürlich auch nicht zu finden ist. Zumindest habe ich also von der Existenz der World RPS Society gewußt, aber nicht, daß diese bereits seit 1913 existiert. Natürlich gibt es Tipps & Tricks wie diese, um sich Vorteile zu verschaffen. Und einen 176seitigen Official Rock Paper Scissors Strategy Guide.

Mir ist in der Tat nicht bewußt gewesen, daß Männer statistisch gesehen den Stein bevorzugen. So macht es auch Bart Simpson in einer Folge und verliert gegen Lisa. In einer Budweiser-Werbung hingegen ist der Stein die Gewinnerwahl. Ich werde das ab jetzt berücksichtigen, denn ich spiele Schnick, Schnack, Schnuck auch des Öfteren und habe es auch schon einmal zum Gegenstand eines TdM-Videos gemacht.

Gero hat jedenfalls recht, Brunnen geht gar nicht. Und erst recht nicht eine Version mit 15 bzw. 25 Gesten. Auch nicht in der witzigen Variante à la Friends. Zum Abschluß noch ein wenig Musik, obwohl 1000 Robota nicht auf dem Juicy Beats gespielt haben.

Weitere aktuelle Musikvideos nach dem Klick.

Heile und terrsche

In meinem naiven Hirn weiß ich gar nicht, wo das Problem liegt. Liegen müßte. Oder nicht liegen sollte. Stephan Noller (aka @holadiho) hat vor ein paar Tagen einen für den Großteil der deutschen Netzbürgerschaft - gelinde gesagt - ärgerlichen Blogpost geschrieben, in welchem er die Löschaktionen aufgrund des Rundfunkstaatsvertrags zumindest nicht rundweg ablehnt. Die zu erwartenden reflexhaften Kommentare ließen dann auch nicht lange auf sich warten. Ich würde nicht so weit gehen wie @mspro und @343max und diese Zugangserschwerung in die Nähe von Bücherverbrennungen rücken, aber gutheißen kann ich das auf keinen Fall, schließlich sind diese Sendungen von Gebührenzahlern finanziert worden. Meiner Meinung nach sollten sie auch ein Recht darauf haben, sich diese ohne Hindernisse ansehen zu können. Und zwar, wann sie wollen und nicht nur ein paar Tage nach dem Ausstrahlungstermin.

Schmelzwichser

Die eigentlich einzige Crux ist doch offensichtlich, daß die Öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in den letzten Jahren ihre Kompetenzen online massiv ausgeweitet haben und so selbst erst eine Konkurrenzsituation zu rein privaten bzw. marktwirtschaftlichen Internetangeboten geschaffen haben. Man muß sich doch nur einmal anschauen, was dieses Jahr beim Grimme Online Award alles ausgezeichnet worden ist. Zitat: “Eine Koproduktion des Mitteldeutschen Rundfunks und ARTE, eine Koproduktion von WDR/SWR, ein Projekt der Axel Springer Akademie, das Kurzfilmportal des Schweizer Fernsehens, die Alsterfilm GmbH sowie ein twitternder Regisseur.” Sechs von insgesamt acht Preisträgern - alles klar.

Tempus II from Philip Heron on Vimeo. (via)

Können die Öffentlich-rechtlichen TV und Rundfunksender das Internet nicht einfach als Archiv nutzen? Für jedermann zugängig, nicht mehr und nicht weniger. Wer zwingt diese Leute dazu, um ihr Kerngeschäft herum komplette Websites, Micropages und den ganzen Kladeradatsch zu basteln? Und das, owohl ein internetfähiger Computer - im Gegensatz zu Fernseher und Radio - (noch) nicht zur Grundversorgung gehört. Das kann und sollte man zutiefst dämlich finden, aber so ist die Lage nun einmal.

Ich bin bestimmt kein Paranoiker, aber den Anfängen zu wehren ist wohl kaum verkehrt. Wenn ich mir den Fall Brender anschaue oder den relativ reibungslosen Wechsel von Steffen Seibert aus dem journalistischen Lager auf einen Posten als Regierungssprecher, dann kommen mir doch leise Zweifel an der gebotenen Staatsferne von ARD und (vor allem) ZDF. Die Öffentlich-Rechtlichen sollten sich meiner Meinung nach auf Bild und Ton (in welchem Medium auch immer) beschränken und das Texten (ob Papier oder Bildschirm) anderen überlassen, damit sich der Verdacht in Richtung Staatsjournalismus erst gar nicht verstärkt. Mit einem Eiertanz wie dem derzeitigen Rundfunkstaatsvertrag, der sich nicht zwischen der Konkurrenz zu den Onlineangeboten der Zeitungsverlage und der generellen Wichtigkeit von Informationsbeschaffung über das Internet entscheiden kann, ist jedenfalls keinem geholfen.

Riesterrampe

Ein ziemlich interessantes Interview mit Chris Deacon über das in der Falle sitzende Künstlerprekariat. Kein Wunder, daß sich die creative industries andere Kooperationspartner suchen. Am Ende sieht das dann so aus. Und/Oder so.

Des Sprudels Kern

Was ich so mache, wenn mir im Urlaub langweilig ist: Zum Beispiel eMails schreiben. In diesem Fall an einige in der deutschen Blogosphäre wohlgelittene Mitglieder eines bekannten Publikationsnetzwerks, welches in seinen Kernblogs mit Schleichwerbung für ein Mineralwasser einigen Leuten, sagen wir mal, übel aufgestoßen ist. Hier die vor wenigen Minuten versendete Mail im Wortlaut:

Sehr geehrtes Mitglied des Glam Publisher Networks,

vielleicht, nein wahrscheinlich sogar, wissen Sie ja, dass der Investigativblogger Mathias Richel in mehreren Beiträgen sowohl des “Glam FASHION Blogs” als auch des “Glam BEAUTY Blogs” rund um die Fashion Week Berlin Ihres Partners glam.de/ die Wasser-Marke “Vöslauer” mehr oder weniger geschickt im redaktionellen Kontext platziert gefunden hat, ohne dass darauf hingewiesen worden wäre.

Den betreffenden Beitrag finden Sie hier: http://is.gd/dBUJl.

Meine Fragen dazu: * Wie wichtig ist Ihnen die Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt, auch bei Ihrem Vermarktungspartner? * Warum haben Sie sich zu diesem unlauteren Vöslauer-Engagement in Glam-Blogs nicht öffentlich geäußert? * Stört es Sie nicht, dass von Ihrem Partner für das Clipping bewusst Falschaussagen zu Gunsten der Vöslauer-Platzierung getroffen worden sind, die erst später korrigiert worden sind? (Stichwort Camper-Frühstück)

Über eine zeitnahe Antwort würde ich mich sehr freuen. Darüber hinaus möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass ich die Mail und Ihre möglichen Antworten veröffentlichen werde.

Mit freundlichen Grüßen Hendrik Spree

Ich bezweifle ja, daß jemand der Angeschriebenen so dämlich ist, auf meine dahingerülpste Mail zu antworten. Versteht mich nicht falsch: Ich finde die Aktion von Vöslauer und glam.de/ alles andere als korrekt, aber man kann es mit der Aufregerei auch übertreiben. Und das sage ich als Typ, der sonst auch gerne das Maul aufreißt.

Update // Das nenne ich gute Reaktionszeit! Hier also die ersten Antworten von amypink.com/ …

Hallo Hendrik,

meine persönliche und ehrliche Antwort, warum wir uns wegen diesem digitalen Waterloo nicht öffentlich geäußert haben:

Weil es uns ziemlich am Arsch vorbei geht.

Du darfst mich gerne so zitieren, das hilft unserem Image mal wieder auf die Sprünge.

Viele Grüße aus Berlin, dein Marcel

… und nerdcore.de/:

Hi Hendrik, hatte ich am Rande mitbekommen, aber ehrlich gesagt interessiert mich mein Vermarkter nur so weit, wie er Banner schaltet und entsprechend zahlt. Das sonstige Geschäftsgebaren ist zwar doof, tangiert mich aber wortwörtlich nur periphär ;)

“Wie wichtig ist Ihnen die Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt, auch bei Ihrem Vermarktungspartner?”

Siehe oben: Bei mir gibts ne klare Trennung, was die bei sich treiben ist mir wuppe.

“Warum haben Sie sich zu diesem unlauteren Vöslauer-Engagement in Glam-Blogs nicht öffentlich geäußert?”

Weil’s mich nicht interessiert und das Thema, mit Verlaub, gähnend langweilig ist ;)

“Stört es Sie nicht, dass von Ihrem Partner für das Clipping bewusst Falschaussagen zu Gunsten der Vöslauer-Platzierung getroffen worden sind, die erst später korrigiert worden sind? (Stichwort Camper-Frühstück)”

Sagen wir’s mal so: Mein Bild von Glam hat sich verfestigt. Aber auch das ist mir ziemlich egal, ich stehe mit denen praktisch nicht in Kontakt und die Vermarktung läuft weitgehend automatisiert ab. Was da sonst läuft, ist mir wuppe.

lg René

Find' ich gut. Sehr sympathisch.

Noch ein Update // Auch von sexdrugsblognroll.com/ ist eine Antwort eingetroffen:

Hey Hendrick,

eigentlich wollte ich die Mail ja an die zuständige sdbr-Mineralwasser-Redaktion weiterleiten, da sich unser Kohlensäure-Ressort aber bedauerlichweise gerade in einem Marketing-Bootcamp in einem abgelegenen Dschungel aufhält, kommt die Antwort von mir.

Glam kümmert sich um unsere Bannerwerbung, wir um unsere Inhalte. Das ist alles. Ansonsten stehen wir nicht mal an der Haltestelle des Busses, in dem die Leute sitzen, die das Sprudelthema interessiert. :)

Liebe Grüße Lia

Viel später // Am 28.07.2011 dann dieser Artikel auf focus.de/ - Vöslauer ist geschmacklich von der Stiftung Warentest mit mangelhaft bewertet worden.

Eine Zeile Hass

Hat man ja Führer früher mit SZ geschrieben. Hat nur niemand getan.

Aus dem Kopf schlagen

Schreibe ich also doch was; mindestens einen Tag zu spät, damit es erst recht niemanden mehr interessiert. Erst wollte ich ja einen weltfriedlichen Kommentar zu dieser Abstimmung in Bayern abgeben. Hat nicht funktioniert. Dann schossen die Blogpostposts nur so aus dem Boden, daß ich gar nicht mehr wußte, wo ich den meinen Senf dazugeben sollte (zwei Exemplare). Dann war ich ganz froh, doch so ziemlich die Klappe gehalten zu haben. Und dann schafft es @Sillium heute Morgen, genau meine Meinung in 138 Zeichen zu packen, Abkürzung inklusive.

Der Ausgang des Volksentscheids passt mir als passioniertem Raucher und regelmäßigem Kneipengänger natürlich überhaupt nicht. Und Vieles im Zuge der ganzen Sache ist mindestens kritikwürdig. So fände ich es unter aller Kanone, wenn es der Streit um den Qualm schaffen würde, den altgedienten und meistens etwas behäbigen Föderalismus auszuhebeln, wo doch zum Beispiel beim Thema Schule/Bildung eine Überholung dieses Konzepts unvergleichlich dringender vonnöten wäre. Auch wie die lokale Opposition die (Nicht-)Raucherdiskussion abseits jeglicher Argumente dazu benutzt hat, den Regierungsparteien eins auszuwischen, ist sicher nicht die feine Art und im Sinne aller Bürger. Immerhin hat der Ganze Rummel mein Vorurteile gegen dieses Bundesland bestärkt.

Aber nicht zur Wahl zu gehen ist eben auch eine Abstimmungsart. (Leider.) Bei Entscheiden mit Quorum sowieso eine bewußte. Und bei jeder Parlamentswahl weiß der Nichtwähler zumindest im Hinterkopf, daß sein Fernbleiben von der Wahlurne in den meisten Fällen das Ergebnis der rechten Parteien begünstigt. Scheißt er scheinbar drauf. Und anscheinend haben genau das am vorigen Sonntag auch über 60% der wahlberechtigten Bayern getan. Als ob die das mit der nicht vorhandenen Mindestteilnehmerzahl nicht gewußt haben. Das Thema ist ihnen wohl einfach nur nicht so wichtig, wie es der Ton einiger Beiträge glauben macht. Was auf den ersten Blick so aussehen mag wie der Religionskrieg des beginnenden dritten Jahrtausends, relativiert sich ganz schnell, wenn man sich die selektive Wahrnehmung der Situation vor Augen führt. Das sind Randaussagen auf beiden Seiten der Waage, die große Mehrheit sieht das alles etwas entspannter, ob nun mit oder ohne Kippe im Mundwinkel. Kein Grund also, sich mit qualmenden Köpfen die Zähne einzuschlagen. Es gibt andere Probleme. Zum Beispiel.

Selber Birthday!

Ich bin einfach mal so dreist, mir mit unten eingebundenem Lied eigenhändig zum Geburtstag zu gratulieren. Von wegen Schnapszahl und -idee und so. Ist ja auch einfach, mit der einen Hand die andere zu waschen, wenn beide mir gehören, meinem Körper angehören. Immerhin bin ich nicht ganz alleine: Marco, auch Dir “Zum Wiegenfeste nur das Beste”.

Kelis - 4th of July (Fireworks) (Rusko Remix) by Hypetrak

Unter der Zeitlupe

Okay, so Tischfußballtricks hat jeder schon einmal gesehen, den ein oder anderen vielleicht so gar in echt und ungefaket. Und die Verlinkung innerhalb von YouTube-Videos ist jetzt auch (spätestens seit Chad, Matt und Rob) nicht mehr der fresh move. Aber wie man sich am Ende des Nokia-Spots alle Tricks noch einmal gesondert anschauen kann (inklusive Behind the Scenes), das ist schon ziemlich smart und doch unaufgeregt gemacht. Und das Thema Fußball zieht in WM- und BAC-Zeiten immer, wahrscheinlich auch bei Leuten, die weniger Kickerfan sind als ich.

Ansonsten gilt: Was Hunter S. Thompson sagt.

Ohren/Rohr

Ist zwar schon eine halbe Netzewigkeit her, aber ich habe mich gerade an den von @kcpr getwitterten Hinweis auf diesen Artikel beim businessinsider.com/ erinnert. Die beiden Kernaussagen hier kurz zitiert:

"Content is King" -- no longer. Today, the world has changed. "Curation Is King." "Andy Warhol was wrong. We're not going to be famous for 15 minutes. We're each going to be famous for 15 People."

Fünfzehn Freunde, die mich (mehr oder weniger) gut leiden konnten, hatte ich auch schon, bevor ich im Internet unterwegs gewesen bin. Das Wort “berühmt” scheint mir in diesem Zusammenhang unpassend, vielleicht ist schon der Spruch, das Versprechen des Pop-Artisten schief gewählt gewesen. Noch wahrscheinlicher ist allerdings, daß er/es nur wirklich Sinn macht, wenn man ihn/es nicht als Alleinvertretungsanspruch versteht. Die etablierten Massenmedien bröckeln ein wenig, sicher. Aber Blogs, Tweets, etc. werden immer nur eine Ergänzung sein, die großen Publikationen werden auf absehbare Zeit nicht zu ersetzen sein. Die Klage, daß sich die Netzpublizisten neuerer Prägung zuwenig untereinander verlinken und die meisten doch nur auf Spiegel Online & Konsorten verweisen, sich an FAZ.net abarbeiten, dieses Wehgeschrei ist symptomatisch. Wie oft und regelmäßig auch die Diagnose Selbstbezogenheit (Blogger bloggen über’s Bloggen.) gestellt wird, eine gesunde Reichweite folgt daraus nicht automatisch. Die wenigsten bekommen ein Stück vom Kuchen ab.

Man möchte einwerfwenden: Für den einzelnen Contentproduzenten ist das gut so. Weil es theoretisch Unabhängigkeit fördert. Wenn die Leute aufgrund selbstverschuldeter Klickzahlenhörigkeit nicht trotzdem lauter Gefälligkeiten posten würden. Man möchte auch in seinem virtuellen Freundeskreis beliebt sein. Was aber ist mit dem großen Ganzen? Selbst der eifrigste Blogger liest mehr als er schreibt. Warum das oben zitierte Postulat höchstens seine tendenzielle Richtigkeit hat, läßt sich gerade an Fußballübertragungen ablesen. Selbst jemand, den der Sport nicht interessiert, schaut sich die Spiele an, aus dem einfachen Grund, weil alle es tun. Früher hat man ja oft nur deshalb ferngesehen, um am nächsten Tag ein Gesprächsthema in der Büroküche zu haben. Und auch heute würde wahrscheinlich so manch einer den sonntäglichen Tatort gar nicht einschalten, wenn nicht die Möglichkeit bestünde, zugleich via Twitter über das zu kommunizieren, was da über den Bildschirm flimmert.

Relevance is king. Reception is king.

Was für einen selbst relevant ist, das bestimmt - zum Glück! - jeder einzelne. Aber was in einer Gesellschaft als relevant wahrgenommen wird, läßt sich doch in der Regel an Mehrheitsdiskursen festmachen. Es ist damit nicht gesagt, daß etwa Springerpresse und RTL bis in alle Ewigkeiten die vorherrschenden Meinungsbildungsverkörperungen bleiben müssen. Aber so wie es seit Warhol neben zahlreichen OneHitWondern und im Viertelstundentakt verglühenden Starschnüppchen auch echte Berühmtheiten gegeben hat, so werden sich auch im Internet Leitmedien herausbilden, es gibt sie ja schon. Es liegt in der Kultur der Sache, daß der eine mehr Follower und Reader hat als der andere, ansonsten wäre eine themen- bis allesübergreifende Verständigung untereinander kaum möglich. Ein Babel.

Mich interessiert allerdings in den seltensten Fällen, warum jemand anderes etwas ins Internet schreibt und was er mir damit sagen will. Wichtig ist für mich, was bei mir ankommt. Wieso es mich angeht.

Ich bin am Freitag bei Spex Live gewesen. Morgen geht es zur Verleihung des Grimme Online Awards. Und ich danke dem Schauspielhaus Köln, daß es Gob Squads Revolution Now! auf den ebenfalls fußballfreien Donnerstag gelegt hat. Freitag in der Früh dann per Zug nach Hamburg zum Bauer Agency Cup.

Titulierambitionen

Ich würde das neue Video von Interpol zu ihrem Song “Lights” gerne verstörend nennen, aber es schneit mir kremtörtig. Die Band kommt im Herbst auch für ein paar Tourtermine nach Europa, aber das ist ja noch was hin. Erstmal beginnt heute die c/o pop in Köln; meine Tagestipps dazu findet Ihr wahrscheinlich morgen auf Sounds Like Me. Jetzt ist da nämlich niemand mehr zu erreichen und auch ich mache gleich zu Vorbereitungszwecken Feierabend. (Wer bitte geht denn gerade heute auf ein Konzert?) Nachtrag: Ja, die Tipps zur c/o pop sind jetzt online. Und zwar genau hier.

Bald habe ich eine Praktikantin.

Strampelorden

Ich bin ja meistens auch dagegen. Das gerät schnell mal out of focus. Und es muß nicht immer “oil on canvas” sein, aber “decapitated lamb” als Kunstzutat geht dann doch ein wenig zu weit. Wo wir gerade bei heftigen Aktionen sind: rentahomeless.com/ via @phreak20.

Aber ist ja nicht so, als würde ich nicht auch mal etwas lobend erwähnen. Das die übermorgen startende c/o pop begleitende popdesignfestival pdf zum Beispiel. Oder folgendes Musikstück:

Sali - Toldya (ft. M.I.A.) by LONESOMEshark

Noch ein Hinweis zum Schluß: Da nun zum Ende der WM-Gruppenphase die Fußballspiele um 13:30 Uhr wegfallen, bietet sich als Ersatz der Livestream vom Wettlesen in Klagenfurt an. Der Ingeborg-Bachmann-Preis startet am 24.06. um 10:00 Uhr.

Kändärre, Rallyestreifen

Warum thejunction.de/ zu einem meiner Lieblingsblogs gehört, haben sie vor einigen Tagen mal wieder bewiesen - immer für ein Fundstück gut. Und jetzt lese ich bei Kollege Joswig, daß da zwei Schreiberlinge ausgeschert sind, um einen neuen Textzoo zu gründen: i-ref.de/ - unterzeilig "Magazine for contemporary culture & the human body“. Ich bin zuversichtlich, daß es besser wird, als die schlimme Beschreibung vermuten läßt. Und monopolmagazin.de/ hat schick gerelauncht. Aber ich habe ja von Tuten und Blasen keine Ahnung.

So, hier, nettes Filmchen, gutealte Musik und unten drunter noch der frische Trailer zum neuen Kinostreifen von Sofia Coppola.

Was wir witzig finden

Ich hatte letztens schon die Idee für iPad-App à la Blofeld: Abgebildet wäre also einfach eine weiße Perserkatze. Wenn man dann das iPad auf den Arm nimmt und der Katze über den Rücken streichelt, dann schnurrt sie und man kann sich wie der Erzrivale James Bonds fühlen. Aber diese Idee hier finde ich ja noch viel besser. Wenn es denn endlich einmal ordentlich Sommer werden sollte.

Möchten. Mögen. Vertrögen. Hereintrichtern. Herausposaunen, WM. Speicherm. Und mal kräftig die Seele eumeln lassen, das haben wir uns verdient. Aber das ist eine andere Geschichte. Ein anderes Wort für Bankzinsenluder.

Und der ganze Schranz dazwischrank. The reinterpretation of spam. Dabei mag ich überhaupt keine Innereien. Irgendetwas mit erwischt; Schönheit: einerseits, andererseits. Weil sich so Kleber ja in den meisten, allerallermeisten Fällen nicht rückstandslos entfernen lassen. Also Aufkleber, Klebenbleiber. Neunte Klasse.

Ankündigungen: eins, zwei.

Weil ich gerade die Lektüre eines Buchs beendet habe und nicht recht weiß, ob ich ein bestimmtes anderes überhaupt erst anfangen soll, habe ich kurzerhand beschlossen, beim Lesezirkel vom netten @UARRR mitzutun. Amazon hat auch fix einen Tag später geliefert und so lese ich seit Samstag Tom Wolfes The Electric Kool-Aid Acid Test: Die legendäre Reise von Ken Kesey und den Merry Pranksters.