Von Gänsen und Füßchen
Twitter // mal wieder Aufhänger. Die technische Beschränkung auf 140 Zeichen fördert selbstschreibend so einige orthographische Ochsenbrüche zutage. Verheben und so. Da wird wild abgekürzt, das falsche Tempus benutzt, weil Imperfekt kürzer als Perfekt ist, Artikel weggelassen, etc.
[caption id=“attachment_679” align=“alignleft” width=“93” caption=“falscher verbund”]
[/caption]Nun gut, man unterhält sich irgendwie über Twitter. Sollte es aber nicht mit einem Chat verwechseln (siehe Unfollow-Grund). Es gibt aber auch einen Vorteil: keine Gesten. Was viele für einen Nachteil halten. Ich für meinen Teil kann den meisten Grimassen und fuchtelnden Handbewegungen wenig abgewinnen. Die rein schriftliche Kommunikation ist sogar einer Verfeinerung des Ausdrucks (auch auf sprachlichem Gebiet, denke ich) förderlich, was in Zeiten des world wide web bei all den ganzen bunten Bildchen an Wichtigkeit nicht zu überschätzen ist.
Jedes beim Sprechen mit den Zeige- und Mittelfingern beider Hände in die Luft gehackte Gänsefüßchen ist es wert. Und ich hege die leise Hoffnung, irgendwann verstehen die Menschen Ironie auch in Schriftform - ohne den Zusatz eines dieser unsäglichen Satzzeichengesichter.
Von Anführungen und Zeichen
eins // An mehreren Stellen aufgetauchter Netznerver des Tages für mich ist nonsociety.com/, Subline: “live differently” - selbstverständlich in beta. Selten so gelacht, angepasster geht es ja wohl kaum noch. Daß auf solchen Seiten auch noch positiv darüber berichtet wird, kann ich nachvollziehen. Daß für so etwas auf der DLD auch noch eine Bühne bereitgestellt wird… Lassen wir das, ist nur Burda.
zwei // Anlässlich der Userzahlenentwicklung zu studiVZ vs. Facebook, die momentan im Netz die Runde machen, verlinke ich einfach mal zu einem Eintrag von Don Dahlmann in seinem neualten Blog, den ich so unterschreiben kann. Aber viele andere haben bestimmt auch recht. Hintergründe dazu liefert ein FAZblog.
Was reimt sich auf VICE?
[caption id=“attachment_705” align=“alignleft” width=“225” caption=“klau ich auch”]
[/caption]Ich lese die VICE ziemlich gerne. Für ein kostenloses Printmagazin sind die Inhalte ziemlich subversiv, ohne gleichzeitig antikapitalistisch zu sein. Eine feine Kombination, die man nicht zu häufig trifft. Deshalb nehme ich es auch immer mit, wenn es irgendwo in einem Laden ausliegt und blättere es zumindest durch, meistens lese ich es sogar ziemlich ausführlich.
Doch dann habe ich via Twitter von diesem Blogpost erfahren. Zwar habe ich VICELAND per Twitter und Feedreader verfolgt, doch eher selten gelesen. Ich besitze allerdings einen Account bei VBS TV, also maile ich Ihnen schnell mal, was ich von oben genannter Aktion zu halten habe. Das ist mittlerweile etwa eine Woche her. Ich habe keine Antwort erhalten.
Erste Aktion: VICE auf Twitter entfollowt, haben das Ding sowieso nur als RSSbot genutzt. Mal schauen, was noch so geht. Daß die Magazinmacher sich nicht mit mir kleinem Licht auseinandersetzen, kann ich schon verstehen. Man kann sich nicht um alles kümmern. Aber das von ihnen überhaupt gar nichts zu dem Thema kommt, ist für mich ein relativ klares Schuldeingeständnis.
Hier das Cache der betreffenden Seite, bevor VICE sie gelöscht hat. Es wird zwar auf den Urheber verwiesen, aber gut gemacht ist anders.
#dcc09
Einiges zum designcamp cologne 09
Im ersten Block hielt kopfbunt (Twitter, Blog) eine Session zum Thema Etablierung als Designer. Es ging in erster Linie darum, Wege in die Freiberufung aufzuzeigen. Hier seine Slides dazu:
Gut und sympathisch gemacht. Die anschließende Diskussion war dann eigentlich gar keine, da fehlte ein wenig die Kontroverse. Interessant aber auch die Antworten des selbständigen Kai Müller zu seinem Blog stylespion.de/.
Vermerkt: die Party am Samstag war gut.
Schade, daß am Sonntag weniger Leute da waren; zumindest für mich der Tag mit den spannenderen Themen. Sessions zu Aufmerksamkeit (von Steffen Bärenfänger, Geschäftsführer der die dcc09 sponsorenden Agentur (noch) NEONagenda), Neuromarketing (leider zu kritiklos gesehen, da wäre ich besser zur spreadshirt-session gegangen) und am Ende eine schwere Entscheidung: Einer der beiden Gründer von Törtchen Törtchen hat in einem tollen Vortrag über die Gestaltungsmöglichkeiten von Schokolade gesprochen. Da werde ich mir die Session zu make.tv wohl hier ansehen müssen.
Vom Samstag gibt es auch ein kurzes Video, in dem man mich sogar bei der Registrierung sieht.
u-bahn, überirdisch
Ich bin Pendler, ich fahre jeden Wochentag mit Straßen- und U-Bahn zur Arbeit und wieder nach Hause. Montag bis Freitag, 45 Minuten hin, eine Dreiviertelstunde zurück. Einstieg Ubierring, Umstieg Poststraße. Von der Südstadt über die Severinsbrücke nach und durch Deutz bis Mülheim. Ausstieg Von-Sparr-Straße.
Viel Zeit zum Lesen. Manchmal Zeitung, meistens Buch. Aber immer öfter wird das iPhone während dieser Strecke gehabt: Morgens auf dem Hinweg werden die Tweets meiner Verfolgten gescannt, abends beim Gaming abgeschaltet oder sich mit Freunden auf ein Feierabendbier verabredet.
Oder einfach nur aus dem Fenster geschaut. / Wiener Platz, Home of the Junkies. Aus der Kölner Innenstadt, von Hauptbahnhof und Dom vertrieben, haben sie hier auf der “schäl Sick” ein neue Unheimat gefunden. Hier ist es allerdings eher trostlos, als daß es es bedrohlich kriminell zuginge. Da hat Köln andere Stadtteile.
Ich fahre schwarz. In Köln geht das. Die KVB kontrolliert äußerst selten. Und wenn, dann zahle ich die 40,- € gerne; ist jedenfalls viel billiger, als sich ständig ein neues Monatsticket zu kaufen. Richtig genervt bin ich von dem Kleingeldzwang bei Einzelfahrten, seit das Pilotprojekt Handyticket wieder eingestellt worden ist.
Die Agentur liegt in direkter Nachbarschaft zu JvM, Harald Schmidt und Stefan Raab zeichnen um die Ecken ihre Sendungen auf. In der Keupstraße hat man zur Mittagspause die größte Dönerauswahl der Stadt. Und mit E-Werk und Palladium sind zwei von Kölns Top-Konzertlocations in unmittelbarer Nähe. Aber wohnen möchte ich hier nicht, also steige ich wieder in die Bahn.
Photoserien geschossen mit der QuadCamera, einer App für das iPhone.
t-mob
“Life is sharing.” menschelt die bewegliche Konzernabteilung T-mobile seit einiger Zeit. Mit der in diesem Video festgehaltenen Aktion im Bahnhof von Liverpool ist das Motto mal in die Tat umgesetzt worden.
Das Ganze hat etwas von einem professionellen Flash Mob: Auf einmal startet die Musik und vorher nach normalen Passanten aussehende Tänzer werden mit einem Mal zur choreographierten Gruppe, die sich zu einem bandbreiten Medley poppiger Melodien bewegt. Zumindest im Video kann ich live vor Ort keine Auflösung erkennen, wer dahintersteckt. Die Aktion läßt sich zu Werbezwecken also nur medial zweitverwerten.
Das ist clever vom Magentariesen, wie ich finde. Wie viele eigentlich gelungene Marketingaktionen sind schon wegen zu penetrantem Branding - ich will nicht sagen - gescheitert oder haben zumindest einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Hier sage ich trotz der schlechten Bildqualität, haben die Zuschauer wirklich Spaß, haben teilweise sogar (nochteilweiserer begeistert) mitgemacht. Das Problem ist dann natürlich die Drehgenehmigung nebst Persönlichkeitsrecht, könnte ich mir denken. Ich bin kein leidenschaftlicher Datenschützer und erst recht kein ausgebildeter Jurist. Doch sieht das Video nicht danach aus, als hätte T-mobile die echten Passanten um Erlaubnis gefragt, noch überhaupt darauf hingewiesen, daß sie zu kommerziellen Zwecken gefilmt werden. Viele wissen somit vielleicht gar nicht, daß der TelKo-Konzern mit Bildern von ihnen Werbung macht.
Masse statt Klasse
Aber das nur am Rande. Was mich wirklich interessiert, ist die Frage: Hätte die Aktion auch einen solchen “Erfolg” gehabt, wenn die Musikauswahl, sagen wir, etwas avancierter gewesen wäre? Oder klappt das nur (noch), weil es eben massenkompatibler Mainstream ist, der da aus den Boxen wabert und die Bahnfahrer von den Sitzen reißt? In Zeiten sinkender Plattenverkäufe und dem stetig prophezeiten Ende des Fernsehzeitalters ist das doch eine Überlegung wert.
the obamiconisation of everything
Die Ausgabe des Spiederman-Comics über die US-Wahl, inklusive an appearance of Mr. President himself (see more pics), ist in den USofA in Rekordzeit ausverkauft gewesen, wie Marvel mitteilt und foxnews.com/ berichtet.
Über die Aktion YES PECAN! von Ben & Jerry's ist ja schon an verschiedensten Stellen hingewiesen worden. Zu solchen Mitnahmeeffekten im Fahrwasser einer derartigen Erfolgswelle mag man stehen, wie man will, aber außer Frage steht, daß Pepsi in Sachen Plumpheit den Vogel - genauer: den Weißkopfseeadler - abgeschossen hat.
Die Art und Weise, wie Pepsi sein aufgefrischtes Logo bewirbt, macht mich beinahe sprachlos. Und auf der Website geht das ganze ja weiter. Hat der Konzern wenigstens im großen Stil für den Wahlkampf der Demokraten gestimmt? Das alles entspringt noch der Sehnsucht nach der Marktbeherrschung, als ob eine Konsumentscheidung die Leute jemals so emotionalisieren könnte wie eine politische Wahlentscheidung. Die beiden nähern sich einander an, nimmt man nur einmal den “Krieg” zwischen PC und MAC auf der einen und die sinkende Wahlbeteiligung auf der anderen Seite, darüber bin ich mir im Klaren. Doch behaupte ich, daß asymptotengleich trotz der Annäherung nie eine Berührung, geschweige denn Überschneidung stattfinden wird. Zumindest nicht in absehbarer Zeit.
Zum Schluß noch der Hinweis auf einen Artikel auf off-the-record.de/, der sich damit beschäftigt, wie neben Politikern Marken von Obama online lernen können. Und das ist der Twitteravatar seines Autors:
speise/reste
Soviel im Kopf, Überläufer. Mein Gehirn kann das alles gar nicht sinnvoll prozessieren. Man sagt, geradlinige, zweidimensionale Denkweisen haben ausgedient; aber man muß doch trotzdem etwas auf die Reihe kriegen.
Hauptproblem sind zwei Ideen, von denen ich nicht weiß, welche ich zuerst in Angriff nehmen soll. Aber ein Kampf wird es auf jeden Fall. Ausgang offen, inklusive der Option Übersprungshandlung. Oder doch eher Buridans Esel?
Dafür habe ich das Layout meines Blogs aufgeräumt. Zwei bis drei kleine Widgets (tinyurl-Maker, Soundclound, Lifestream) aus der Sidebar geworfen, im Gegenzug allerdings den “Follow me on Twitter”-Button eingebaut. Und den friendfeed eingefügt. Der ist zwar keine Schönheit, passt aber ziemlich gut zum restlichen Blogdesign, das ja auch eher unaufgeregt und praktikabel daherkommt.
Fehlt eigentlich nur noch die Blogroll. Irgendwann werde ich mich auch dazu aufraffen, immerhin steht die Entscheidung schon, sie dann als eigene Seite anzulegenund nicht noch zu dem ganzen anderen Kram in die Sidebar zu packen.
Zukunft von gestern
Es ist schon keine Binsenweisheit mehr, daß wir in unserem täglichen Leben von Werbung aller Art umzingelt sind, diese abgedroschene Feststellung ist zur Phrase verkommen. Der Werbung kann man nur durch ein abgeschiedenes Eremitendasein in einer Hütte am Arsch der Welt entkommen. Welches Medium wir auch benutzen, ob wir eine Zeitung aufschlagen, den Fernseher einschalten oder uns durch das Internet klicken, überall treffen wir auf Reklame. Man kann sich ihr auf der Suche nach Information und Unterhaltung nicht entziehen. Einzig Bücher bilden heutzutage eine Ausnahme, obwohl ein jeder sich vielleicht noch an die Werbung für Pfandbriefe im Mittelteil geerbter Taschenbücher erinnert.
Das wird mittlerweile unter dem Stichwort PR ja mehr oder weniger subtiler gemacht. Auf einem anderen Feld hingegen heißt es “kleckern statt klotzen”, nämlich wenn es darum geht, das Stadtbild mit immer riesigeren Riesenpostern und leuchtenderen Leuchtlogos der immer gleichen Großfilialisten (H&M, Starbucks, McDonald’s, etc.) zuzukleistern, bis alle Metropolen dieser Welt gleich aussehen und für teures Geld per Stadtmarketing gerebrandet werden müssen, um als Wirtschaftsstandort oder Touristenmagnet in Zeiten der Globalisierung noch als unique zu erscheinen.
Auch wenn sich mancherorts, wie etwa in Sao Paulo, dagegen zu wehren versucht wird, der Trend scheint so unumkehrbar, daß er in vielen Science Fictions, wenn auch zumeist nur am Rande und nicht als eigenes Sujet, aufgegriffen wird. Hier ein Ausschnitt aus einem meiner Lieblingsfilme, Blade Runner mit Harrison Ford.
Bevor ich gestern in diesem generell lohnenswerten tumblr von willzone diesen Link mit akribisch und liebevoll zusammengesuchten 25 Beispielen gefunden habe, bin ich mir allerdings nicht darüber im Klaren gewesen, wie oft diese fiktionale “Zukunftswerbung” in Filmen auftaucht. Beim Anschauen der Ausschnitte fällt dann aber auf, daß das Beispiel aus Ridley “damals habe ich noch gute Arbeit geleistet” Scotts Meisterwerk eher die Ausnahme bildet: So viel Wert wie in diesem Genre auf die detailgetreue Darstellung der technischen Fortschrittsvorhersage gelegt wird, so wenig ist über futuristische Werbeformen nachgedacht worden. In den meisten Beispielen wirken sie doch - bei aller Progressivität des Inhalts - der bloßen Form nach rührend altbacken. Und das liegt bestimmt nicht nur an den Special Effects selbst.
Als Werber muß ich ja sagen: Wenn die Werbung überall so gut wäre, dann gäbe es dieses Problem gar nicht.
#kochmussweg
Das ist der Auftakt gewesen.
Am 18. Januar wählt Hessen und weil das so bald ist, muß alles noch schneller als sonst gehen. Die Wahlkämpfer auf beiden Seiten eifern aber nicht nur des Tempos wegen dem Stil von Barack Obama nach. Mit seiner Art, sich über Youtube, Facebook und Twitter direkt an die Wählerschaft zu wenden hat sich der designierte Präsident der USofA nicht nur Freunde in der etablierten (Print-)Presselandschaft gemacht. Der alte Streit zwischen Journalisten und Bloggern. (Ja, das steht da so.)
Wir Deutschen sind da keine Alleinstellungsimitatoren, so will beispielsunweise auch Benjamin Netanjahu sein wie… - Nein, ich schreibe jetzt nicht “der schwarze Messias” und nutze auch nicht diese Durchstreichfunktion - Obama.
[youtube=www.youtube.com/watch
Der mir (für einen Politiker) äußerst sympathische und irgendwie grundehrlich wirkende Thorsten Schäfer-Gümbel twittert auch. Dort hat sich mittlerweile auch ein hashtag etabliert, das den Willen nach “Change” artikuliert:
#kochmussweg
Über die CDU-Kampa habe ich keine Lust zu schreiben. Ich kann es auch gar nicht, denn als Nichthesse ignoriere ich sie einfach. Dafür gerade frisch gesehen: Kritik des brandneuen Internetauftritts spd.de/auf lumma.de/. Ich finde es ebenfalls ganz gelungen - wie Nico sagt: “verglichen mit den Angeboten der anderen Parteien.”
fleckenteufel
Der neue Roman von Heinz Strunk wird von Rowohlt vom Design her in eine Ecke mit Charlotte Roches “Feuchtgebiete” gestellt. Was einen inhaltlich hier erwartet, kann ich nicht sagen. Kenne Strunks Vorgänger weder als Lese-, noch als Hörbuch. Den Abverkäufen wird es bestimmt nicht schaden. Zum Vergleich:
designcamp cologne
Am 24. und 25. Januar findet das erste designcamp Europas statt. Ich habe mich heute zur Teilnahme angemeldet und bin ein wenig aufgeregt, denn zwar habe ich im Netz schon über barcamps (Wiki-Artikel) gelesen und Photos von diesen Veranstaltungen gesehen, doch bin ich noch nie selbst dort gewesen. Umso mehr freue ich mich auf das designcamp cologne, das an den beiden Publikumstagen der internationalen Einrichtungsmesse imm im Konferenzzentrum Nord der Messe Köln in Deutz stattfinden wird - also quasi in dierekter Nachbarschaft zu meinem Mülheimer Arbeitsplatz.
Aufmerksam geworden bin ich auf die Veranstaltung durch ein Gewinnspiel auf stylespion.de/, bei dem ich dann auch tatsächlich eine Tageskarte für den Besuch der Messe gewonnen habe. Von dort aus ist es nur noch ein kleiner Schritt zum designcamp gewesen.
Marke Eigenbau
Nicht, daß es eines Anlasses bedarf, aber nun bin ich sozusagen gezwungen, schnell eins meiner Weihnachtsgeschenke zu lesen: Marke Eigenbau von Holm Friebe und Thomas Ramge. Hier die Kurzversion des Buchtrailers:
Ich werde keine eigene Session beim camp halten, aber möglichst aktiv mitdiskutieren. Und natürlich danach auf diesem Blog über die Veranstaltung berichten. Und wahrscheinlich über die Lektüre des Buches ebenfalls.
Meinung und Mainstream
Frau Schnutiger ist Kabarettistin, so hieß das mal. Was sie so für Witze macht, kann - für den, der sie (bisher) nicht kennt - anhand ihrer Videos nachvollzogen werden. Nun twittert @schnutinger auch, und ihre Äußerungen anläßlich einer im Bundestag geführten kontroversen Debatte über Spätabtreibungen sind zum Mittelpunkt einer angeregten Diskussion auf dem Microbloggingdienst der Stunde geworden.
[caption id=“attachment_405” align=“aligncenter” width=“450” caption=“Frau Schnutingers Twittertimeline am Nachmittag des 18.12.2009”]
[/caption]
Wobei Diskussion das falsche Wort ist. Frau Schnutinger hat zwar versucht, auf einige der Entgegnungen ihrerseits zu reagieren. Allein, dem ihr entgegengeschlagene (man kann es nicht anders nennen) Sturm der Entrüstung ist wohl nicht mehr Dame zu werden gewesen. Hier ist auch nur Platz für einige Beispiele, für eine ausführliche Liste sei auf search.twitter.com/ verwiesen:
Ich selbst habe auch kurz überlegt, ob ich Frau Schnutinger sogar blocken soll. Schließlich folge ich ihr ja gar nicht. Aber dazu hat @sebaso schon seinen Semf abgelassen:
Mit solchen radikalen Positionen kann man halt auch in unserer Gesellschaft noch anecken. Der Satz “Ich bin praktizierender Katholik." ist eine größere Provokation als offen über BDSM oder ähnliches zu reden. Und auch auf die Gefahr, jetzt wie ein Vorzeigeopportunist zu klingen: Ich finde weder ihre Tweets, noch ihre Videos besonders lustig.
Morgen erwarte ich dann eine Twitkrit zu dem Thema!
endlich Elch
Ich habe es ja schon mehrfach versprochen: Hier also meine Meinung zu aka-aki.com/. Ich habe aber eine gute Ausrede für den Aufschub: die Seite ist erst vor Kurzem einem Relaunch unterzogen worden.
Der Elektrische Reporter hat über das damals noch als “Studenten-Startup” bezeichnete aka-aki bereits in Folge 32 berichtet. Hier das Interview mit zweien der Gründer, Gabriel und Florian:
So sympathisch, wie die beiden hier rüberkommen, so problemlos ist es, mit ihnen über die eigene Community in Verbindung zu treten. Die Mitarbeiter sind freundlich - beste Kundenbindung. Mittlerweile ist die kleine Firma auch erwachsen geworden: Der Relaunch hat die Seite übersichtlicher gemacht, der Look ist moderner und nicht mehr ganz so verspielt. Der Clou der Website ist aber das Anfertigen und Mitnehmen von sogenannten Stickern, die vielfältige Verwendungsmöglichkeiten bieten. Geolocation bieten ja mittlerweile auch andere Dienste. Eine App für das iPhone ist jetzt auch draußen, was mich natürlich besonders freut.
[caption id=“attachment_388” align=“alignright” width=“151” caption=“Elch am Start”]
[/caption]Der Haken an der Sache ist, daß die Community schon sehr berlinbasiert ist. Hier findet sich höchstens eine handvoll Rheinländer regelmäßig ein. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Die Leute, die da sind, machen einen Besuch jedoch lohnenswert. Und zugespamt wie auf Massensites à la facefook.com/ wird man hier auch nicht.
Habe ich schon erwähnt, daß das Promo-Shirt von aka-aki besonders gelungen ist? Allerdings hat es heute Konkurrenz bekommen; mehr dazu in einem der nächsten Beiträge.
Partisanenkampf der Buchstaben?
Ich bin Schreiber, verdiene mein Geld mit Texten, Konzepten und Ideen. Dieses Weblog wird aus vielen Gründen betrieben: als Fingerübung und Hobby, aus Spaß an der Meinung und auch ein Stück weit aus dem Verlangen, einfach nur dabeizusein bei dieser Sache, die sie alle Web 2.0 nennen. Ich würde nicht soweit gehen, es als Leidenschaft zu bezeichnen, doch stecken definitiv keine kommerziellen Absichten dahinter. Nun bin ich auf eine Website namens textguerilla.de/ gestoßen, welche möchte, daß ich eine Petition unterzeichne. Allein, der Inhalt selbiger erschließt sich mir nicht ganz. So heißt es dort oben in der rechten Spalte:
Es nervt!Keine Texte mehr, die vom Nachbarn geschrieben wurden, weil er mal eine Eins in Deutsch hatte. Keine Bedienungsanleitungen mehr, die niemand versteht. Keine Investitionen mehr in Werbeaktionen ohne Response. Kein “Bitte mal eben schnell drüberschauen”, sondern ein ordentliches Textlektorat. Und auf Textklau reagieren wir ganz besonders allergisch.
Darunter eine Reklame für mittelmäßig originelle T-shirts. Erst dann folgt unter der Überschrift “Die Petition: Schluss mit schlechten Texten!" eine Verlinkung zu einer Unterschriftenliste. Da liest man dann Folgendes:
Schlechter Text bedroht die Kommunikationswelt. Die ganze Welt? Nein! Eine wachsende Truppe unbeugsamer Profis leistet dem Sprachverfall tapfer Widerstand. Es reicht!
Nun gut, ein eigentlich löbliches Ansinnen, denke ich mir. Bis ich mir Gedanken über den Sinn dieser Aktion zu machen beginne. Was wird hier bezweckt? Wikipedia definiert eine Petition folgendermaßen:
Eine Petition (lat. petitio „Angriff“, „Ersuchen“) bezeichnet eine Eingabe (Bitte oder Beschwerde) an eine zuständige Behörde oder an eine Volksvertretung.
Man fragt sich, welche Behörde beim Thema dieser “Petition” zuständig sein, was die Volksvertretung nach der Einreichung der Unterschriften damit anfangen soll. Die Unterschreiberlinge - unter ihnen Kommaverschluderer wie Steffi Wittig und Dagmar Diebels oder Tanja Schumacher, die meint, ihre Zustimmung mit einem Zitat aus ‘Harry Potter’ bekräftigen zu müssen - können doch nicht ernsthaft wollen, daß schlechte Texte vom Bundestag gesetzlich verboten werden sollen. Das Ansinnen erinnert mich frappant an die Versuche etablierter Medien, die sogenannte Blogosphäre in Gänze diskreditieren zu wollen. Wer soll entscheiden, wann ein Text gut oder schlecht ist, wenn nicht jeder einzelne Leser/User für sich selbst?
Stichwort: Guerilla
Vielleicht erkennt diese Vereinigung die Staatshoheit deutschsprachiger Länder überhaupt nicht an. Eine vielleicht gar nicht so abwegige Vermutung, heißt es doch im Impressum der Textguerilla lapidar: “Dieses Blog ist ein Gemeinschaftsblog und wird herausgegeben und betrieben von vielen Autoren." Als Verantwortliche wird eine gewisse Monika Evers aus Halle genannt - bestimmt eine Strohfrau. Die buchstäbliche Kleinkampftruppe mißtraut bestimmt auch der Internetenzyklopädie Wikipedia, weil da jeder mitschreiben kann. Nichtsdestotrotz sei hier auf den dortigen Artikel zum Begriff ‘Guerilla’ verwiesen. Zu dem Thema ließe sich sicher noch eine Menge schreiben, doch weiß ich gar nicht, ob es das wert ist. Ich denke, die Textguerilleros werden ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht. Mehr noch, wahrscheinlich wissen sie noch nicht einmal selbst, was für ein Faß sie da aufgemacht haben; nämlich eins ohne Boden.
Ich hatte niemals noch nicht einmal eine eins in Deutsch. Deshalb gehört das letzte Wort dieses Eintrags einem gewissen -alex-, Nr. 137 der Liste. Wenn man den Nagel so auf den Kopf trifft, dann stört mich auch nicht das kleingeschriebene “h” am Anfang:
heult doch! Wir alle haben 26 Buchstaben. Es kommt drauf an, was man draus macht.
Die Kurzerklärung "140 Zeichen + 1 Lied" soll hier reichen, erwähnenswerter scheint mir die Tatsache, daß sich in vielen Städten bereits Gruppen von Usern finden, denen der Musikaustausch via Internet nicht mehr reicht. Sie treffen sich in Kneipen, Bars und Cafés, um gemeinsam Musik zu hören und darüber zu reden.
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Nun also Jaydiohead, ein Mashup-Album, das Hits der englischen (wie es so schön heißt) Ausnahme-Rockband Radiohead und dem besonders in den USofA ebenfalls erfolgreichen Rapperfreund der allgegenwärtigen Beyoncé zusammenbringt. Unter dem Namen