quote
Bei Trump vermischt sich das Pompöse mit dem Mickrigen, sein Personenkult kennt sowohl die große repräsentative Show wie die primitive Kultur des Merchandising: Parfums und Krawatten mit Trumps Namen und natürlich die rote Baseballkappe mit der Aufschrift „Trump hat mit allem recht“. Trump ist gerissen genug, aus Charisma, Geldgier und der Heilserwartung seiner Jünger das unwiderstehliche Fluidum seiner Macht zu komponieren.
Themen-Abo Wurstmarkt
Verschickt worden war die Aufforderung, das Pfalzlied zu singen, laut Kreis von der Stadt Bad Dürkheim: “Die Meldung hätte innerhalb von KATWARN auf einem eigens eingerichteten sogenannten Themen-Abo Wurstmarkt verschickt werden sollen und keinesfalls über die übergeordnete Warnfunktion.” Die Stadt wollte demnach eine Kategorie innerhalb der App nutzen, auf der unwichtigere Meldungen gesendet werden können, hatte aber aus Versehen die Katastrophen-Ebene genutzt.
via SWR Aktuell
“Wenn einem die Eltern peinlich sind, ist man noch nicht erwachsen.” (Nefeli Kavouras)
Zitat des Tages
“Innergrüne Kulturkämpfe zwischen Jugendgruppen und baden-württembergischen Provinzpolitikern sind nicht meine Angelegenheit.”
Die taz schreibt im Namen der Würde des Amtes einen Brief an Julia Klöckner.
Cheers
Does anything in this life compare to the naughty pleasure of day drinking? It’s civilized yet slightly feral, with more than a dash of Sterling Cooper-era glamor. Granted, a lunchtime tipple may be considered classy if you’re rich and tacky if you’re not, but the danger of getting caught may be exceeded only by the thrill of getting away with it.
San Francisco restaurant Heartwood debuts free-martini lunch
Deepseek
Was weißt Du über die rituelle Zugteilungszigarette in Hamm?
Die rituelle Zugteilungszigarette in Hamm ist ein kurioses und eher unbekanntes Phänomen, das mit dem Bahnhof in Hamm (Westfalen) verbunden ist. Der Bahnhof Hamm ist ein wichtiger Knotenpunkt im deutschen Schienennetz, insbesondere für den Güterverkehr. Hier werden häufig Züge geteilt oder zusammengeführt, was bedeutet, dass einzelne Waggons oder Wagengruppen auf verschiedene Züge verteilt werden. Die “Zugteilungszigarette” bezieht sich auf eine angeblich traditionelle Geste, bei der ein Rangierer oder Eisenbahner nach erfolgreicher Zugteilung eine Zigarette raucht. Dies soll als eine Art rituelle Belohnung oder Pause nach getaner Arbeit dienen. Allerdings ist dies eher eine Anekdote oder ein urbaner Mythos als eine offiziell dokumentierte Praxis. Es gibt keine offiziellen Quellen oder Belege, die dieses Ritual bestätigen, und es scheint eher im Bereich der Eisenbahnfolklore zu liegen. Der Begriff wird manchmal auch humorvoll oder metaphorisch verwendet, um die besondere Atmosphäre und die Eigenheiten des Arbeitsalltags im Bahnbetrieb zu beschreiben. Hamm als wichtiger Eisenbahnstandort bietet dabei einen passenden Hintergrund für solche Geschichten.
Keep ruining everything.
“It’s unclear exactly for what Crystal and Ryan might be reuniting. With the 2025 Super Bowl just weeks away, some fans in the comment section speculated the pair may have teamed up for a commercial. Others hoped for a sequel and a return to their characters of Harry Burns and Sally Albright.”
Meg Ryan, Billy Crystal Tease ‘When Harry Met Sally’ Reunion
Interessantes Interview
Das ist ein grundlegendes Missverständnis. Wählerinnen und Wähler, deren größte Sorgen die Inflation und die Wirtschaft sind, wollen nicht jemanden, der so redet wie ein VWL-Professor. Sie wollen das Gefühl haben, dass ihre Probleme verstanden werden.
Wir müssen systematisch zuhören, um zu verstehen, wo die Sorgen der Menschen sind. Und dann diese Sorgen adressieren, anstatt darauf zu hoffen, dass wenn wir zum Beispiel eine Chipindustrie aufbauen, als Nebenprodukt auch ein paar Arbeitsplätze entstehen. Es muss bei der Industriepolitik von Anfang an mitgedacht werden, wie sie nicht nur den Unternehmen und der Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch den Interessen der vielen dient.
Ökonomin Isabella M. Weber sagt im Gespräch mit der taz gute Dinge.
Imagine being an artist and having nearly 8 million monthly listeners on Spotify but earning more money from having 1,000 people subscribe to pictures of your feet.
Singer Lily Allen who has a perfect five-star rating on WikiFeet according to this article on variety.com.
(via Ligne Claire)
Doppeldeutig
Der Spiegel trumpft mal wieder mit Qualitätsjournalismus auf.
“Landwirte und Industriearbeiter sind ein entscheidender Teil von Trumps Wählerschaft, die für einen Sieg gegen Harris entscheidend sein dürften.”
Entscheidende Teile sind entscheidend. Seit über zwei Wochen steht das so am Ende des Artikels über drohende Strafzölle für John Deere im Falle einer Produktionsverlegung nach Mexiko.
Werner Schwab
Alle Dinge, die differenziert nicht abgehandelt werden, kommen später vulgär zurück.
Pop Culture Is in its Feudal Era
The idea is that entertainment shouldn’t be taken so seriously. Entertainment is for enjoyment; actors, musicians, billionaires getting married and members of the royal family are all purveyors of enjoyment. A public good and, by extension, a moral good. Enjoyment, in this calculus, is not political; it is merely passive, feel-good, a dopamine-hit for people fatigued by the daily grind. Politically inert. And so the media is in a frenzy to simply document, not interpret, what the rich and powerful do. This ideological distancing does a weird thing to the culture. It takes us back to feudalism.
Rohitha Naraharisetty, The Swaddle
“Ein Drittel aller deutschen Olympia-Starter in Paris sind beim Bund, hinzu kommen noch mehr als ein Dutzend, die ihr Geld bei der Bundespolizei verdienen.”
Historische Olympia-Krise: Die Excel-Tabelle legt den deutschen Spitzensport lahm | n-tv.de
Konsum
Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, dass individuelle Wünsche, dass Konsumentscheidungen Privatsache sind und jeder mit seinem Geld tun und lassen können soll, was er will. Das Auto, mit dem man in den Krieg ziehen könnte, das aber in keinen normalen Parkplatz mehr passt, aber auch der Kaffeevollautomat, der von Leuten entworfen wurde, die noch nie einen Kaffeevollautomaten reinigen mussten, der Fernseher, dessen Einstellungsmenüs als eigenes Hobby durchgehen, die Ikea-Kommode, bei der keine Fuge so breit ist wie die andere, Plastikboxen bis die Schubladen überquellen. In der freien Marktwirtschaft sollen alle kaufen können, was sie wollen.
Romeo Beta
Das Auto war enthüllt, der Name stand und die Erwartungen waren groß. Das erste E-Auto von Alfa Romeo sollte nach der Gründungsstadt der italienischen Traditionsmarke benannt werden: Milano. Jetzt geht der elektrische SUV allerdings als Alfa Romeo Junior in den Verkauf. Dies bestätigte Alfa Romeo in einer Mitteilung.
Verantwortlich für den neuen Namen soll Adolfo Urso sein, italienischer Minister für Unternehmen und »Made in Italy«, auf Italienisch: Ministero delle imprese e del Made in Italy. Sein Posten kommt dem des deutschen Wirtschaftsministers gleich. Er ist Mitglied der postfaschistischen Regierungspartei Fratelli d’Italia. Medienberichten zufolge soll er den Namenswechsel veranlasst haben, weil der Junior nicht in Italien gefertigt wird. Laut einem Gesetz aus dem Jahr 2003 ist es unzulässig, italienische Markennamen für Produkte zu verwenden, die außerhalb des Landes hergestellt werden. Der Junior wird aber in Polen gefertigt. Also sollte er nicht »Milano« heißen.
Alfa Romeo Junior: Stellantis-Marke benennt E-Auto nach politischem Druck um - DER SPIEGEL
Was halten wir denn von Menschen mit einer kopflosen Aktphotographie als großflächigem Print auf dem T-shirt, so daß man die abgebildete Person nicht erkennt, wobei dann aber durch mehrere, sehr prägnante Ringe an den Fingern von sowohl Modell als auch Shirträger:in letztendlich doch recht eindeutig klar wird, daß es sich um ein und dieselbe Person handelt?
Richtig, wir kümmern uns um unseren eigenen Scheiß und starren Leute nicht so lange an, daß uns solche Details auffallen.
Zweierlei Einerlei
Dann Home-Office und Haushalt. Es ist an diesem Tag alles etwas öde, unbefriedigend und nur mittelmäßig bis mau. Manchmal kann ich solche Tage entspannend und beruhigend finden, manchmal kann ich das nicht, Sie werden es vermutlich kennen. Die Frage, ob Routinen ein sicheres Geländer im heimeligen Alltag oder doch belastende Einschränkungen in der grauen Ödnis des ewigen Immerwieders sind, sie entscheidet sich jeweils nach der seelischen Tagesform, nicht etwa nach den Ereignissen und dem tatsächlichen Verlauf der Stunden.
by Buddenbohm
Johannes Mario Simmel, Briefwechsel mit Marlene Dietrich
Der Nachlass von Simmel liegt übrigens in Boston und soll laut testamentarischer Verfügung bis 2079 unter Verschluss bleiben. Claudia Graf-Grossman war daher auf andere Selbstzeugnisse und Interviews mit Weggefährten und Freunden von Simmel angewiesen. Was erwartet sie von der Öffnung des Nachlasses? “Das Pikanteste - in Anführungsstrichen - ist im Nachlass vermutlich der Briefwechsel mit Marlene Dietrich. Das hat Simmel immer betont, dass er nicht möchte, dass der in falsche Hände gerät. Aus heutiger Sicht, mit den heutigen Moralvorstellungen, kann man darüber schmunzeln. Ich weiß nicht, ob er wirklich so anrüchig ist, aber zumindest hat er das so erzählt.”
aus: Erfolgsautor Simmel: Warum veralten viele Romane so schnell? | BR24
Micronesien
Seemann in der neunten Ausgabe seiner kommentierten Linksammlung:
Derzeit scheint Mastodons größtes Problem seine Kultur zu sein. Es gibt so viele Leute, die keinen Fuß mehr auf Mastodon setzen, wegen der nerdigen Besserwisser-Replyguy-Kultur und Entwickler*innen sind abgeschreckt von der Feindseligkeit der Community bezüglich jeder Weiterentwicklung, die Mastodon aus der Nische herausführen könnte. Egal, ob globale Suche, BlueSky-Bridge oder seit neustem die Öffnung zu Threads – man will einfach gerne unter sich bleiben und deswegen mieft es dort zunehmend wie in einer runtergekommenen Eckkneipe mit Schultheiss vom Fass. Jungs, macht mal das Fenster auf Kipp!