schneiderweiß

Nur ein kleiner Reminder zum Wochenende für all die iPhonie-Hipster, die sich (immer noch) für Achso-state-of-the-art halten. Werft mal einen Blick auf die heutigen App-Charts im iTunes-Laden:

Am Dienstag bin ich auf einem Peaches-Konzert gewesen, das ist auf pretty-paracetamol.de/ ziemlich gut beschrieben worden; nur bin ich halt veritabler Fan und habe es etwas euphorischer gesehen. Ich füge noch hinzu, daß die Hipsterdichte relativ hoch gewesen ist, man dafür aber im Publikum ungestört rauchen konnte, obwohl es eigentlich verboten gewesen ist. Anläßlich Ihres Debütalbums habe ich sie mal im Duisburger Hundertmeister gesehen. Tolle Show, wird wohl an die zehn Jahre her sein.

Internetadresse der Woche: http://pla.net/

WTF?! des Monats: www.cfpd.de

Ich habe mir dieses Notizbuch bestellt. Schade, daß vor dem Druck nicht automatisch die Tweets aussortiert werden, die einen Link enthalten. Trotzdem eine witzige Angelegenheit, wie ich finde. Mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst.

Auch schon älter: Der Hinweis auf die von David Lynch selbst erzählte Anekdote, wie er das Angebot von George Lucas himself abgelehnt hat, bei Return Of The Jedi Regie zu führen. “What if…”

[Video - mal wieder - entfernt.]

Rausschmeißer

root ski

Ich finde Peter Richters Artikel Die Neophilister auf faz.net/ ziemlich gut. Okay, wenn er nicht unterschlägt, dann verharmlost er die Rolle der unter dem Prädikat Kulturpessimisten subsummierten Stimmen. Als ob die klassischen Verlagsvertreter nur nörgelnd danebenstehen würden - im Gegenteil: sie leisten ganze Lobbyarbeit, um für sie, nicht den Konsumenten, das Beste dabei herauszuholen. Daß es dem aber gar nicht auffällt, weil er eben nicht zur Avantgarde, sondern zum Mainstream gehört, läßt die Protagonisten des Fortschritts leider ziemlich dumm dastehen. Richter hat entweder also oder trotzdem ein Problem: Bei aller Häme bleibt die von ihm kritisierte Internetkolumne mit dem schönen Titel Standardsituationen der Technologiekritik von Kathrin Passig immer noch wahr. In diesem Zusammenhang interessant ist das Interview zum Leistungsschutzrecht auf carta.info/.

[caption id=“attachment_3290” align=“aligncenter” width=“480” caption=“eher nich so”][/caption]

Ich muß allerdings zugeben, daß das mit meinen reinen RL-Freundschaften vor dem social turn im Netz auch nicht anders gewesen ist. Ich habe in Bochum gewohnt und studiert. Die Uni ist groß genug, um ein paar interessante Leute zu treffen und die Stadt klein genug, um diese Leute auch wiederzutreffen. Da hat sich sowas wie Kontakthaltung (für mich) einfach erledigt. Wenn man genug vom Alleinsein hatte, dann mußte man tagsüber nur in die Cafeteria oder abends die wenigen üblichen Kneipen abklappern, Parties haben sich schon Tage, manchmal Wochen vorher rumgesprochen.

Ich habe damals genausowenig telephoniert wie heute. Nur hatte ich kein Internet zuhause, sondern mußte weit entfernt lebenden Bekannten eMails schreiben, die ich von der ständig überfüllten Rechnerinsel in der UB abgeschickt habe - nicht allzu häufig, wie sich denken läßt. Wer zu dieser Zeit aus Bochum weggezogen ist, der hat sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (für ein paar Jahre) aus meinem Leben verabschiedet. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber damals wollte ich auch noch nach meinem Studium beruflich in einem Auktionshaus für den Ankauf der Briefe berühmter Personen zuständig sein. Diesen Voyeurismus kann man heutzutage im Netz ausleben. Aber die Existenz eines Traumjobs bestreite ich bis zu diesem Moment.

Note to self: Dafür habe ich dank @sillium wieder was gelernt. #plenken

rampenreste

Es geht mal wieder um Reklame. Und was das alles mit Privatsphäre zu tun hat. Oder warum der Begriff Guerrilla-Taktik wörtlich zu nehmen ist. Anlaß für mich, mal wieder über meine Zunft und darüber nachzudenken, wie sie mit ihren Opfern umgeht, ist dieser Artikel über  checkdisout.com/ auf spreeblick.com/ gewesen. Und wenn man sich die Videos der Podiumsdiskussion anschaut, kann man sogar sehen (und hören), was für ein Unsympath Guido Heffels ist. Wie man sich im Netz beliebt macht, daß hat der rote Irokese mit seiner Gegenrede zu Schirrmachers Payback gezeigt.

Erklären wir ihnen, dass der Unterschied zwischen der Veröffentlichung der eigenen Daten und der staatlichen Überwachung der gleiche ist wie der Unterschied zwischen "sich im Klo einschließen" und "im Klo eingeschlossen werden".
Natürlich kennt jeder den Artikel, aber ich zitiere ihn wahrscheinlich auch nur deshalb von Seite 2, um zu zeigen, daß ich ihn zuende gelesen habe. Solltest Du auch, er wird nämlich nach dem Klick zum Ende hin besser. Need a drink? Dann kämst Du wenigstens mal vom Rechner los (Flowchart).

Nochmal Werbung: Heute Abend Das Haus in drei Radios.

Zeitzeichensatz (der Zeit)

Für eine rotierende Küche fahre ich sogar nach Düsseldorf. Überhaupt Kunst: Auf wirres.net/ wird aus der brand eins zitiert, rebelart.net/ schlägt mit der Verteidigung der Street Art gegen Sebastian Frenzel in dieselbe Kerbe und ich denke mir beim Lesen des Artikels über die gerade in Brühl stattfindende David-Lynch-Ausstellung auf zeit.de/, daß ich trotzdem hinfahren werde, um sie mir anzuschauen.

Ach, Ihr mit Euren Satzzeichern, Yahoo! und Aol. Aber wenigstens versuchen sie es noch, im Gegensatz zu anderen. Und Absolut: Schöne Frauen sind leider kein adäquater Ersatz für eine formvollendete Flasche - zumindest in der Werbung nicht.

Noch ein paar Bilder.

verpflockt

Hinterher, also hinken. Die anderen. Ich bin nur ein unverbesserliches Kind, daß weder den Schirrmacher auf spiegel.de/ gelesen hat, noch dieses scheinbar darauf (bzw. das Buch, also Payback, das ich nochnoch viel weniger lesen werde) antwortende Interview mit Peter Kruse auf sueddeutsche.de/. Doch weil man am Ende ja doch meint, dochdochdoch, genau meint, zu allem eine Meinung zu haben, habe ich die Fakten also mal grobdreist übersprungen, um mich zweidrei Tage später wenn es niemanden mehr interessiert mit etwas Abundanstand und aus Faulheit noch einem Wochenende später der Angelegenheit noch doch zu widmen.

Und was ist dabei herausgekommen? Daß mir Schirrmachers Rückzahlung nicht liegen wird, ist wohl keine Meldung wert, aber solange spiegel.de/ selbst so einen Widerspruch hinbekommt, während das in der Blogosphäre stellvertretend so aussieht, solange ist “long way to go” eine herbe Übertreibung. Tribe, genau. Stammeszugehörigkeit, Abgrenzungswasauchimmer. Was für ein Zauber entfaltet da eigentlich seine Wirkung, wenn man dreimal “Totholz” in den Webwald gerufen hat?

Lasst uns andererseits über Solidarität reden, große Verwirrung, Macht. Und auch, wenn man SpOn sicherlich nicht für den letzten Weisheitsschluß hält, Bezahlinhalte sind es noch viel weniger. Don Alphonso ist - zumindest in seiner hausrechtseigenen Blogbar - nicht gerade für seine spitze Feder bekannt; ohne seine holzhammerhaften Rundumschläge wäre es ihm auch kaum möglich, immer wieder den Nagel auf den Kopf zu treffen. Who cares?

Da kann der zoomer-Wickert mal die Klappe halten, dafür gibt es woanders einen besseren Platz. Wo “locations” doch der missing link between social networks and the real world sind. Ich jedenfalls würde gerne da (als Tipp für die Berliner) hin.

Alteisen

Karte für die re:publica ‘10

gekauft

Coming to a Autobahnbrücke near you

Bald ist ja Weihnachten und da erinnert man sich gerne an die Geschenkeklassiker. Es muß ja nicht immer hochtechnischer Firlefanz sein, der nach spätestens drei Tagen kaputtgeht.

Ja, die einfachen Dinge des Lebens. Komplikationen machen eben selten Spaß. Doch nun habe ich gerade erst gesehen, daß es einen zweiten Teil von BLAMMO’s Klotz gibt, sozusagen eine Weiterentwicklung dieses Spielzeugs mit dem dazugehörigen Werbespot.

Alternativ: holy shit shopping.

blubaju, wa

Hier sind ja im ersten Absatz alle Links vorhanden, da muß ich die nicht mehr mühsam zusammenklauben. Danke dafür! Und René hat dazu sogar schon eine Antwort getwittert, die ich so unterschreiben kann. Wer weiß, vielleicht lege ich demnächst sogar eine Kategorie namens “Der schnöde Text” an.

Cheap trick: Sex sells. Porn pays.

Soda Pop

Was immer Du tust, mach es aus Überzeugung, dann kommt das nötige Engagement von selbst. Das Video unten über den Soda Pop Stop und seinen Besitzer John Nese ist jede Sekunde der fast dreizehn Minuten wert. Nicht, weil der Zuschauer Durst bekommen soll, sondern um zu verstehen, was Leidenschaft für eine Sache bedeuten kann.

Ich frage mich schon länger, wie Fanta diese Flasche hat verändern können. Man darf den Wiedererkennungswert nicht unterschätzen, nicht alles muß mit der Zeit gehen. Mehr zum Logovergleich beim werbeblogger.de/. Vorher noch ein bißchen Musik.

Weiter im Takt: Eine Liste der Top50 Alben des Jahrzehnts, auf welcher die Namen Wolfmother und Hot Chip fehlen, kann ich leider nicht ernst nehmen, lieber NME. Auch, wenn ihr versucht habt, durch eine US-Band an der Spitze so etwas wie Glaubwürdigkeit oder Objektivität vorzugaukeln.

mind the

Clay Shirky mit gewohnt eloquenter Provokanz (oder umgekehrt) über die Analogie von Prohibition und Copyright. Man wird kaum oder nur mit sehr großen Anstrengungen gegen das allgemeine Nutzerverhalten ankommen. Das Verhältnis von Link und Content wird sich kaum wieder umkehren lassen; weil es das Wesen des Netzes ist. Trotzdem nett, sich die Situation mal andersrum vorzustellen.

ideia

Was ich definitiv nicht brauche: Listencharts. Und lasst die Werbefinger von Weihnachten. #proGAP

Nicht Komisch Sans

Zur wohl meist verteufelten Schrift (nicht nur) im Internet gibt es natürlich auch ein passendes Diagramm. Es ist bestimmt nicht das einzige.

Bild 3 (via) Dazu letztens auch eine sehr treffende Zeichnung von/auf/bei Ahoi Polloi. Wirklich gruselige Vorstellung, aber die Wirklichkeit sieht wohl eher so aus. Gruselig genug. (Meinen ziemlich alten Tweet zum Thema Comic Sans findet die Twittersuche übrigens nicht mehr.)

Disneid

disney

Nachdem ich dieses Bild bei der maedchenmannschaft.net/ gesehen habe, ist mir natürlich direkt die Disney’sche Haarlüge eingefallen. In den Kommentaren wird auf ein current_Video zum selben Thema hingewiesen. Und daß der Disney-Konzern in puncto Stereotypen nicht auf die Tradierung von Geschlechterbildern beschränkt ist, sondern sogar selbst gerne aus seinen überzuckersüßen NaschMachwerken recycelt, ist ja auch kein Geheimnis mehr. (Wo ich den letzten Link schon einmal verbraten habe, das will mir allerdings partoupet nicht mehr einfallen.)

disney-lied-about-hair

Ich hätte da was, Ladies, um mit solchen Ansichten aufzuräumen.

Auf Mucke

Basement Jaxx haben ein neues Video - von einer Kollaboration mit Lightspeed Champion hätte ich eigentlich mehr erwartet. Dann doch lieber das erste Lied in Studioqualität, das ich von den Them Crooked Vultures zu Ohren bekommen: New Fang. Ich freu' mich dermaßen auf das Konzert im Dezember!

Dann noch ein Interview mit Jesse Hughes von den Eagles Of Death Metal auf getaddicted.org/. Und zum Schluß noch eine dieser tollen Bild-Meldungen: Ricky of TicTacToe-fame wird demnächst vielleicht Grundschullehrerin.
moving stairway to heaven
moving stairway to heaven

Schön langsam

Wo doch die Tage die astronomischen Nutzerzahlen von YouTube auch in Deutschland durch den Onlineäther brausten, hier mal ein Kurzfilm, der mich wie seit Tagen nicht mehr hat einsam vor dem Monitor lachen lassen. Schaut es Euch an, wenn selbst ich mit meiner extrem kurzen Aufmerksamkeitsspanne bis zum Ende durchgehalten habe, dann sollte das Argument genug sein.

[youtube=www.youtube.com/watch

Wie Nerdcore berichtet, scheint das Video etliche Male von der Videoplattform entfernt worden zu sein, diesmal wird es wohl bleiben - der Regisseur selbst hat es hochgeladen. Internetausstrahlung etabliert sich immer mehr, da kommt das deutsche Privatfernsehen doch mit dem Vorschlag, wie die öffentlich-rechtlichen Sender ebenfalls Gebühren erheben zu wollen. Ihr könnt Euch auch einfach bei den gerade stattfindenden Medientagen München neben den Printjournalismus legen und sterben. Vielleicht ist dort ja jemand bereit, für Sarginhalte zu bezahlen. Aber glaubt nicht daran, daß die dort anwesenden Leichenfledderer Internet-Manifestatoren so nett wären, die Grabpflege zu übernehmen. Alles, was die Erbschleicher wollen, ist - während Eures langsamen und qualvollen Todes - soviel wie möglich für sich rauszuschlagen und mitzunehmen. Derweil nerven sie uns mit Ihren Friedhofstweets.

Lieber wieder zu was Erfreulichem: Bei @off_the_record habe ich gestern noch eine Feinheit gefunden - einfach mal das “watch” in der YouTube-URL durch “warp.swf” ersetzen.

Und noch ein Tip der Kategorie Über Schaubares: nächstes Wochenende findet in Köln (und Bonn) die Kunstfilmbiennale statt. Ich werde da versuchen, zumindest Freitag vorbeizuschauen.

There's a new sidekick in town

Mein Blog wird übrigens am häufigsten mit dem Suchbegriff “Calvin und Hobbes” gefunden. Dabei hatte ich als Kind gar keinen imaginären Freund. Und Ihr so?

[caption id="" align=“aligncenter” width=“489” caption=“Calvin and Tyler Durden”]Calvin and Tyler Durden[/caption]

 

Nachtrag / Ein paar Tage später liefert Nerdcore den Hintergrund aus genau der anderen Richtung. Die These, Fight Club sei nichts weiter als eine Erwachsenenversion von Calvin & Hobbes, stammt von Galvin P. Chow und datiert aus dem Jahr 2001.

Formgebung

Wo doch gerade vielalle anderen ♥ im ☮ verteilen, da muß ich doch unbedingt wieder einen auf Querulant machen. Typisch ☒.

image (via)